Zoo Amersfoort


(Foto: Zoo Amersfoort, anlässlich der 60-Jahr-Feier aufgestelltes Plakat)

Der Dierenpark Amersfoort wurde am 22.05.1948 als kleiner Park mit nur wenigen Tieren eröffnet und wird heute noch, wie viele niederländische Zoos, privat geführt. Der Zoo feierte 2008 also sein 60-jähriges Bestehen.
Er ist 10 h groß, beherbergt mehr als 100 Arten und befindet sich im Westen der Stadt nahe eines Waldes und hat daher eine schöne Baumkulisse.
In Amersfoort lebten und leben ausschließlich asiatische Elefanten. Rani und Indra waren die ersten Elefanten, die 1956 als ehemalige Arbeitselefanten aus Siam nach Amersfoort kamen.

Heute leben im Zoo 6 Elefanten:

Die Bullen

Chamundi, geb. 25.05.92
Kyan, geb 01.11.12

 

und die Kühe


Khine War War, geb. 02.08.1982 in Birma,
Chit Mi Mi, geb. 06.01.1985 in Birma,
Indra, geb. 05.04.1999 in Amersfoort und
Kina, geb. 10.11.2009 in Amersfoort

 

 

Hier gibt es Infos über
die Elefanten in Amersfoort

 

Auch die heutigen beiden ältesten Kühe sind ehemalige Arbeitselefanten aus Birma.

Den Zoo Amersfoort habe ich nun bereits 2 mal besucht.
Beim Vereinstreffen des Elefanten Schutz Europas Mitte Oktober 2008 in Osnabrück haben wir den Chefelefantenpfleger und den Zoomanager kennen gelernt. Sie haben über ihre Elefanten und die Anlagen berichtet und Fotos gezeigt. Dies hat mich so neugierig auf die Elefanten dort gemacht, dass ich mit einer Bekannten am 28.10.2008 dorthin gefahren bin. Wir wussten zwar, dass zu der Zeit umgebaut wurde, aber das hat uns nicht von einem Besuch abgehalten. Auch das Wetter hat anfangs nicht mitgespielt, aber eigentlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Und als erfahrene Zoobesucher haben wir Regenschirm und Regenjacke natürlich dabei gehabt.
Das Vereinstreffen im Jahre 2010 fand dann im Zoo selber statt.

Das alte Haus der Kühe war klein und bestand aus 4 Boxen und einem Besuchergang. Schön für die Besucher war es, dass man  nahe an die Tiere ran kam und man die Pfleger bei ihrer Arbeit an und mit den Elefanten fast hautnah beobachten konnte.
Wir konnten dabei zu sehen können, wie man bei Chit Mi Mi die Fußnägel und Sohle gepflegt und bearbeitet hat. „Späne“ von den Fußnägeln bzw. der Fußsohle habe ich als Andenken mitgenommen.
Außerdem wurden die Elefanten im Target trainiert. Es war sehr interessant dies so nah mitzuerleben.

Bei meinem ersten Besuch wurde auf der Kuhanlage mit schwerem Gerät gearbeitet. Die Kühe waren auf der Bullenanlage und Alexander musste in seinem Haus und seinem Absperrgehege bleiben.
Die beiden Außenanlagen, die zusammen ca. 4000 qm groß sind, stehen dem Bullen wie auch den Kühen zu Verfügung und bieten viele Beschäftigungsmöglichkeiten, wie z. B. aufgehängte und eingegrabene LKW-Reifen, Scheuerbäume und große Sandhaufen, auf denen die Elefanten gerne klettern, Futternetze. Ein ganz besonders beliebtes Elefantenspielzeug ist ein Gummiball, der an 2 Seilen hoch aufgehängt ist.
Der Bulle bewohnt ein separates Haus, das 2004 erbaut wurde. Dort gibt es eine über Eck gehende Box. Ein Teil der Box ist mit Sand ausgelegt, so dass sich der riesige Bulle zum schlafen besser ablegen kann. Da Amersfoort züchten und den Kühen und Kälbern mehr Platz bieten möchte, hat man im Oktober 2008 angefangen ein neues Haus – „das Reich der Riesen“ – zu bauen.

Dieses Haus wurde im Oktober 2009 fertig gestellt. Dort haben die Kühe neben Boxen mit Gummiboden, die zum Targettraining und bei Behandlungen genutzt werden sollen, eine 750 qm große Freilauffläche aus Sand. Das Teriben de grauen Riesen kann man von einem "Zuschauerrang" aus beobachten. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit durch eine Glasscheibe den Elefanten quasi Nase an Rüssel gegenüberstehen und zu beobachten. Es wurden unzählige Baumstämme aufgestellt und aufgereiht. Wasser bekommen sie aus einen kleinen Becken, dass aus einer Art Wasserfall gespeist wird. Schön ist an dem Haus, dass es bullensicher ist und auch vom Bullen genutzt werden kann.


(Mutter, Vater, Kind und Oma vereint)

Man wollte die Elefanten langsam an ihr neues zu Hause gewöhnen. Die Türen des neuen Hauses standen offen, die Kühe schauten neugierig hinein, aber keine traute sich auch rein zu gehen. Schließlich war es Indra, die sich als erste wagte. Indras Mutter folgte ihr und nach einer viertel Stunde kamen auch die anderen beiden Elefantendamen in ihr neues Haus. In der folgenden Zeit sollten die Elefanten regelmäßig ins neue Haus, um es besser kennen zu lernen.
An der Stelle des alten Hauses wurde eine erhöhte Aussichtsplattform errichten, von der man  eine schöne Panoramaansicht hat.


Die Außenanlage spiegelt auch wieder die Philosophie der Elefantenhaltung in Amersfoort wieder. Hier finden die Elefanten Sandhaufen, Baumstämme, Futternetze, außerdem gibt es hier ein kleines Badebecken.

Am 03.04.2007 hat Indra, die selber im Zoo Amersfoort geboren wurde, ihr erstes Kalb zur Welt gebracht. Bei der Geburt, die im alten Haus in einer Doppelbox stattfand, war Indras Mutter Khine War War anwesend. Doch das Kalb wurde von der Oma direkt nach der Geburt getötet. Vater des getöteten Kalbes war Sammy.

Im Oktober 2007 gab der Zoo Amersfoort seinen Bullen Sammy an den Zoo Rotterdam ab und der erfahrene Zuchtbulle Alexander nahm seinen Platz im Bullenhaus ein. Alexander sollte die 4 Damen decken und für Nachwuchs sorgen. Alexander deckte Indra noch im selben Jahr erfolgreich. Eigentlich war es geplant, dass Alexander im Frühjahr 2009 Amersfoort verlässt und Sammy kommt zurück in seine Heimat kommt. Aber diese Planungen wurden aber über Bord geworfen. Alexander sollte länger belieben. Und dann kam die traurige Nachricht, dass Sammy, der zwischenzeitlich von Rotterdam nach Belgien in den Paradisio Park kam, verstorben ist. .

Wie es im Leben so ist, folgte dieser traurigen Nachricht bald eine gute: Indra brachte im neuen Elefantenhaus ein gesundes weibliches Kalb zur Welt, das den Namen Kina bekam. Geburtshilfe leistete Tante Mi Mi. Die Oma des Kalbes, Khine War War, die das erste Kind ihrer Tochter Indra nach der Geburt ja tötete, wurde vorsichtshalber weggesperrt. Nachdem sich die Mutter-Kind-Beziehung festigt haben, konnte das „normale“ Leben losgehen und alle Kühe kümmern sich um Klein-Kina, die sich unter so einer tollen Obhut sehr gut entwickelt.

Anfang Juli 2011 wurde ein Bullentausch vollzogen. Alexander verließ Amersfoort Richtung Münster, der Münsteraner Bulle Chamundi kam im Gegenzug in die Niederlande. Alex' Deckqualitäten sind nun im Allwetterzoo erwünscht. Chamundi wollte Conry und Ratna, mit denen er groß geworden ist und die quasi seine "Schwestern" sind, nicht decken.

Im Sptember wurde Jula nach Kopenhagen abgegeben. Je älter sie wurde desto mehr Unruhe hat sie in die Gruppe gebracht. In Kopenhagen traf sie nach 8 jähriger Trennung wieder auf ihre Mutter Winthida. Beide haben sich sofort wieder erkannt. Winthida machte ihrer Tochter klar, dass sie das Sagen hat.

Am 01.11.2013 brachte Indra ihr zweites Kalb zur Welt - einen kleinen Bullen. Er wurde auf den Namen Kyan getauft..

 

 

 Weitere Fotos der Elefanten aus dem Zoo Amersfoort findet Ihr im Fotoalbum!

Hier gehts zur Homepage des Dierenpark Amersfoort:

© Stephanie Wroben, 2006 - 2011