Arteida

Laut dem Studybook, in dem Arteida unter der Nr. 8103 geführt wird, wurde sie ca. 1960 geboren. Ca. 1965 wurde sie von einem Zirkus importiert. Ob sie ausschließlich in einen oder in mehreren Zirkussen arbeitete, ist mir leider nicht bekannt.
Arteida war oder ist kein einfacher Elefant. Ihr Zirkus wurde mit ihr nicht mehr fertig und so kam es, dass sich der Zirkus nicht mehr anders zu helfen wusste und sie samt Zirkuswagen am 06.04.1981 einfach in Gelsenkirchen zurück ließ und weiterzog. Der Amtstierarzt konfiszierte Arteida und übergab sie dem Ruhr Zoo Gelsenkirchen.

Im Ruhr Zoo lebte Arteida mit Mapalay zusammen. Aber auch ihr Zusammenleben war nicht immer einfach. Arteidas Urvertrauen war so sehr gestört, dass sie in allen und jedem eine Gefahr sah. In Machtkämpfen mit ihrer Partnerin hat sie ihr mehrmals in den Schwanz gebissen und riss sogar ganze Stücke raus. Am 30.04.1998 starb Mapalay während einer Fuß-OP in der Narkose. Da Arteida allein war und Beschäftigung brauchte, kümmerten sich Ihre Pfleger vermehrt um sie und Arteida begann ihnen mehr und mehr zu vertrauen. So schafften es die Pfleger Arteida so weit zu bringen, dass sie zur notwendigen Fußpflege nicht mehr in Narkose gelegt werden musste.


(Foto von Carsten Horn von www.hipposworld.de; Arteida im Juli 2000)


Das alte Elefantenhaus ist den heutigen Anfoderungen an eine moderne Elefantenhaltung schon lange nicht mehr nachgekommen. Im Rahmen des Umbaus des Ruhr Zoos zur Zoom Erlebniswelt hat man zunächst über die Weiterführung der Elefantenhaltung nachgedacht. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt aber hohe Anforderungen an eine Haltung von Dickhäutern. So hätte dies die Haltung einer ganzen Kuhherde und einem Zuchtbullen bedeutet und. Der Bau einer solchen "Elefantenwelt" hätte einen Großteil des Gesamtbudgets von 90 Mio € bedeutet. Daher verzichtete man auf eine Elefantenhaltung.Am 15.11.2004 verließ Arteida den Ruhr Zoo
Richtung Sofia, um der dort allein lebenden Savitri Gesellschaft zu leisten. 

Infos und Nachrichten von Arteida:

"WAZ - 17. Nov. 2004 Artaida war ziemlich zickig
Artaida geht es wieder gut. Sie hat gefressen, sich ausgeruht und ist guter Dinge - das meldeten Markus Tekampe und Winfried Harder gestern. Die beiden Tierpfleger aus dem Ruhr Zoo sind derzeit mit Artaida unterwegs nach Sofia. Gestern in der Früh riefen Artaidas Begleiter aus einem Ort in der Nähe von Wien an, wo der "Tross" eine erste Zwischenstation gemacht hat. Der Abschied von Artaida aus dem Ruhr Zoo am Montagmorgen sollte dramatisch werden. Die schätzungsweise 41 Jahre und schwergewichtige Dame zickte, als sie in den bereitstehenden Transportcontainer gehen sollte. "Vier Beruhigungsspritzen bewirkten überhaupt nichts", sagte Zoo-Sprecherein Sabine Haas. Fünf Stunden lang habe sich die Dame konstant geweigert, auch nur einen Fuß in den Wagen zu setzen. Tierärztin Dr. Pia Krawinkel entschloss sich dann zur fünften Spritze - und da fiel Artaida um, was Tierpfleger wie Zaungäste der Verladung in helle Aufregung versetzte, bis die Ärztin ihr ein Gegenmittel und dann Entwarnung gab: Artaida lebt. Sie wurde noch zwei Stunden von Ärztin und Pflegern überwacht und: stand auf, ging rückwärts in den Transportcontainer, ohne dass sie auch nur einen Muck von sich gegeben hätte. Tekampe und Harder behalten Artaida im Zoo in Sofia noch im Blick und kommen dann zurück."
Quelle: http://www.zoopresseschau.info/presseschau-2004-11-18.htm

"Ruhr Zoo Gelsenkirchen, 13.12.04
Elefanten haben Freundschaft geschlossen


Sie gehen gemeinsam durch dick und dünn: Die 51 jährige bulgarische Elefantendame Savitri und Elefantenkuh Artaida aus dem Ruhr Zoo Gelsenkirchen. Die Tierpfleger des Ruhr Zoos, die Artaida in ihr neues Zuhause nach Sofia begleitet haben, sind mit guten Neuigkeiten nach Gelsenkirchen zurückgekehrt: Savitri und Artaida haben eine dicke Frauenfreundschaft geschlossen. Die bulgarische Elefantin lässt die Gelsenkirchener Dickhäuterin keinen Schritt mehr alleine tun. Artaida musste den RuhGr Zoo elsenkirchen verlassen, da in der neuen ZOOM Erlebniswelt kein Platz mehr für die Elefanten vorgesehen ist. „Wir sind natürlich alle sehr glücklich, dass Artaida sich in Bulgarien so schnell eingelebt hat und es ihr gut geht“, so Dipl. Biologin Sabine Haas, Pressereferentin des Ruhr Zoos."
Quelle: http://www.zoopresseschau.info/presseschau-2004-12-16.htm  

Lifestyle: 30 January 2006 "Sofia Zoo Eldest Elephant Dies Aged 58 One of the symbols of Sofia's Zoo the elephant Sivitri passed away Monday morning aged 58, which is equal to 100 human years. The elephant named after an Indian goddess was first transported to Sofia from India at the age of 7. Sivitri was first transported to Sofia back in 1955. In India she "worked" at a school for lumbermen. Sivitri was the eldest animal at Sofia Zoo. Now Sofia's Zoo is left with only one elephant - Artaida. Doctor Ivan Ivanov, director of the Zoo said in an interview for local Darik radio that Sivitri has been sick over the last few months. >> Artaida war erst vor 1 1/2 Jahren kürzlich aus Gelsenkirchen gekommen"
Quelle: http://www.zoopresseschau.info/presseschau-2006-02-02.htm  

Savitri ist bzw. war die 3. Gefährtin Arteidas, die sie überlebt hat (den Zirkus mal ausgenommen; darüber habe ich keine Infos!) Somit lebt Arteida wieder allein - nur jetzt in Sofia.....Aber immerhin ist das Innen- sowie das Außengehege dort wesentlich größer im Gegensatz in ihrer alten Gelsenkirchener Heimat. Ich wünsche meiner alten Dame aber, dass sie schnell wieder vergesellschaftet wird!!!

03.03.2007
"http://www.focus-fen.net/index.php?id=n107140     
" Sofia Zoo’s only elephant to be provided with a bed by month’s end
4 March 2007 | 19:19 | FOCUS News Agency, Sofia.
The cow elephant of the Sofia Zoo will have a bed by the month’s end, Dr. Ivan Ivanov, director of the zoo, told FOCUS News Agency. “The bed is in fact a wall, alongside which sand will be piled at a 45 degree angle and 65 degrees at some places. The elephant will lean upon the sand to rest”, Ivanov explained. At present the elephant doesn’t have a bed. It sleeps upright leaning its head upon the wall. The bed will be made at the recommendation of Allen Rook Roft, expert in the European Elephant Keepers and Managers Association."
"Die Elefantenkuh im Zoo von Sofia wird bis zum Ende des Monats ein "Bett" haben", so Dr. Ivan Ivanov, Direktor des Zoos gegenüber der FOKUS-Nachrichtenagentur. "Das Bett ist eher eine Wand, neben der Sand in 45 Grad und 65 Gradwinkel an einigen Plätzen angehäuft wird. Der Elefant wird sich auf den Sand legen, um sich auszuruhen" erklärte Ivanov. Zurzeit hat der Elefant kein "Bett". Er schläft stehend, mit dem Kopf an die Wand angelehnt. Das "Bett" wird auf Anraten von Alen Roocroft*, einem Experten von "European Elephant Keepers and Managers Association"."
*= Plädoyer für die Elefantenhaltung auf Sand und anderennatürlichen Böden Quelle: Tiergarten Rundbrief 02/2005 , "Wohlfühlen im Sand". Alan Roocroft über Elefantenhaltung


(alle Fotos der Slideshow von Steffi Horn, aufgenommen im Mai 2007 in Sofia. Vielen lieben Dank, Steffi)

 

Neue Infos von meiner Email-Freundin aus Sofia:
Am 01.09.2007 bekam Arteida wieder eine Neuerung auf ihrer Außenanlage. Und zwar einen „Top-Feeder“: Einen Futtertrog, der hoch hängt, nach dem sich Arteida strecken muss, um an das Futter zu gelangen. Dieser Top-Feeder dient nicht nur der Beschäftigung, sondern ist auch gut für ihren Bewegungsapparat, weil sie bisher ihre Nahrung nur vom Boden aufnehmen musste. Arteida hat ihre neue Beschäftigung sofort gut angenommen und interessierte sich für das darin angebotene Futter. Außerdem wird Arteida wieder / immer noch wegen ihrem lädiertem Fuß behandelt. Sie leidet schon seit Gelsenkirchener-Zeiten an einem „Abzsess“. Jeden Tag schauen Tierpfleger und Ärzte nach ihren Nägeln und sie hat wieder Antibiotikum bekommen. Arteidas Pate übernimmt die Kosten für ihre Behandlung. Zu der warmen Zeit stand die Stalltür auch nachts offen, um sie selber entscheiden zu lassen wo sie sein möchte.

 
 
(Alle Fotos von Steffi Horn, aufgenommen im Mai 2007 in Sofia.
Vielen lieben Dank, Steffi)

Am 20.07.2010 erhielt ich unverhofft eine freudige E-Mail aus Sofia.
Marcel und Marlon Stawinoga, ein Brüderpaar aus Gelsenkirchen, brachen im April diesen Jahres auf, um per Pedes nach Indien zu gelangen. Auf ihrem Weg, den sie auf
www.zufussnachindien.de dokumentieren, steuerten sie auch Sofia an und besuchten dort eine gemeinsame Freundin: die Elefantendame Arteida, die wir Drei aus dem ehemaligen Ruhr Zoo Gelsenkirchen kennen.
Die beiden kannten meine Seite; ich besuchte an diesem Tag, ungefähr zu der Zeit als ich ihre E-Mail bekam, auch ihre Seite der beiden. So haben wir Drei, ohne uns zu kennen, am selben Tag an einander gedacht….

 

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2011 www.Elefanten-Fan.de