Mein halber Tierpfleger Tag
im Duisburger Zoo im Elefantenhaus

Für den 24.08.2007 hatte ich einen "halben Tierpfleger Tag im Duisburger Zoo im Elefantenhaus" gebucht. Den Termin habe ich bereits im November 2006 abgeklärt. Und die Zeit von November bis August wollte einfach nicht vergehen. Es zog sich wie Kaumgummi. Aber dann war es endlich soweit....!

Was habe ich erwartet? "Scheiße kratzen", ausmisten, Futter zubereiten und sonstige Arbeiten und dass ich nur wenig an die Elefanten ran komme. 08.15 Uhr sollte ich mich am Wirtschaftshof melden. Dort wurde ich vom Zooinspektor empfangen, der mich nach einer kurzen allgemeinen Info über den Zoo zum Elefantenhaus brachte. Dort wurde ich von 2 sehr netten Pflegern und einer Azubine gegrüßt.

Ehe ich mich versah, standen wir auch schon in den Innenboxen der Elefantenkühe. Zack, sofort kam mir ein neugieriger Rüssel entgegen und wollte schnüffeln. Zack, von der anderen Seite kam noch ein Rüssel. Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten und habe sofort angefangen den ersten Rüssel zu streicheln. Jaaaaaaa endlich, Elefantenhaut spüren. Der Rüssel hat sich rau aber gleichzeitg weich und irgendwie samtig angefühlt.

 

Dann ging die "Arbeit" auch schon los: ich durfte Saiwa und Daisy die Stoßzähne putzen. Ich habe genau das geputzt, weswegen sooo viele tausend Elefanten abgeschlachtet wurden und heute immer noch werden.

Vor allem Daisy wollte schnüffeln wer da gerade an ihren Stoßzähnen ist. Nach der Arbeit hat sie dann mit mir gespielt. Sie hat mir Luft ins Gesicht gepustet - feucht warme Luft ohne Mundgeruch *lach*. Der Pfleger sagte mir, dass sie es gerne hätte, wenn man ihr ebenfalls Luft in den Rüssel pustet. Das habe ich dann auch gemacht, 2 - 3 mal, dann hat sie zurück gepustet. Dann habe ich sie wieder angepustet und sie mich dann wieder. Irgendwann wurde sie etwas übermütig und bekam vom Pfleger einen Rüffel.
Ich habe mich etwas weggedreht, so dass sie das Interessen an mir verliert. Aber Pustekuche, im wahrstem Sinne des Wortes. Diesmal bekam ich Luft UND etwas Spucke ab. Wie konnte ich sie auch ignorieren?¿

 

Nach dem Stoßzahnputzen ging es für die Kühe dann raus auf die Anlage. Der Bulle Shaka war bereits auf seiner Anlage. Normalerweise ist er von morgens bis zum Mittag, bis er keine Lust mehr hat, mit auf der Kuhanlage. Wegen mir kam er direkt auf seine Anlage. So konnte ich näher an die Kühe ran. Auf der Anlage hatte ich Zeit Fotos zu machen und um die Pfelger zu löchern. Aber, es wurde Zeit die Boxen sauer zu machen: jaaaa, Scheiße kratzen. Aber es hat Spaß gemacht. Für mich als Sesselpubser (Industriekauffrau) war es aber doch schon etwas schweißtreibend. Aber Elefantenkot und -urin stinken nicht so dolle, wie ich es mir vorgestellt habe. Auf jeden Fall hatte ich mehr Probleme das Katezenklo bei einem Freund zu säubern, während er verreist war!!!

  

Ich wurde dann aber auch schon bald vom Zooinspektor zum Frühstück abgeholt. Neben uns in der Kantine saß ein Filmteam von den Ruhrpottschnauzen. Vorgesehen waren mal 21 Folgen, am dem Tag waren es bereits 158.

Zurück im Elefantenhaus ging es dann darum die Boxen von Shaka herzurichten. Es wurde Stroh und Heu ausgelegt und Möhren verteilt. Dazu musste ich per Schubkarre Ballen aus dem Lager holen. Es war meine Schubkarren-Premiere. Nach anfänglichen Gleichgewichtsproblemem ging es aber. Die Boxen und der nicht einsehbare Bullenkraal wurden mir erklärt. Der Kraal ist für die Zeit, in der Shaka in der Must ist, damit er Auslauf, aber so wenig wie möglich äußere Einflüsse mitbekommt, die ihn aufregen könnten.
Bisher war Shaka jedoch erst einmal in der Must.

Auf dem Vorhof des Elefantenhauses wurden Möhren und Brot vorbereitet. Daisy, die ehemalige Zirkuselefantin, wurde von der Außenanlage geholt. Ich durfte sie mit einem Laib Brot und einem Einer voll Möhren füttern. Bevor sie einmal schluckte, hatte sie den ganzen Eimer aber schon vertilgt :-) Der Pfelger zeigte mir Ohren, Vorder- und Hinterbein und die behaarte Schwanzquaste. Die Fußsohle fühlte sich weicher an, als ich gedacht habe. Irgendwie wie ein Käselaib, den man leicht eindrücken kann. Die Haare an der Quaste sind hart und irgendwie gummiartig an... Es war ein schönes Gefühl dem Elefanten so nahe zu sein und berühren zu können.

Danach ist dann ein Pfleger mit mir rum zu den Außenanlagen und hat sie mir erklärt. Dabei habe ich jede Menge Infos zu den einzelnen Elefanten bekommen. Die Pfleger, mit denen ich sofort auf einer Wellenlänge war und die wirklich total klasse sind, haben sich sehr viel Zeit für mich genommen, haben mir alles erklärt, mir die vielen Fotos erklärt, die im Aufenthaltsraum hängen. So wurde mir ein Fotos eines Afrikaners gezeigt: was mir denn auffallen würde? Die großen Ohren und die nach unten wachsenden Stoßzähne. Es war ein Waldelefant.

Dann sind wir in den Keller gegangen, wo ein Elefantenschädel aufbewahrt wird. Es war der Schädel des Waldelefanten auf dem Foto. Früher stand der Schädel im alten Elefantenhaus im Besucherraum zwecks Veranschaulichung. Heute, im neuen Besucheraum, ist dafür kein Platz mehr. Daher muss das gute Stück im Keller stehen.

Danach sind wir noch einmal zu den Boxen gegangen. Durch die Tür hindurch hatte ich wieder die Möglichkeit Fotos zu machen und nochmal mit Daisy Pusten zu spielen. Viel viel zu schnell vergingen die 4 Stunden. Ich wurde vom Zooinspektor abgeholt, er übergab mir eine Urkunde, ein Pranktikanten-Shirt, eine Foto-CD. Und dann musste mich von den Pflegern verabschieden.

Dieser Tag hat all meine Erwartungen übertroffen und werde ihn mit Sicherheit nicht vergessen!!!!

Vielen Dank an H., K. und B. für die tollen Stunden, die Ihr mir bereitet habt.
Sie werden für mich unvergesslich bleiben!!!