Rio Safari Elche

 

Der erste Zoobesuch während meiner Spanien-Tour führte zum Rio Safari Elche. Dieser Zoo liegt in der Provinz Alicante, rund 20 km südwestlich von der Costa Blanca. Er ist eingebettet in einem Palmenwald  - dem "Löwengarten". Eröffnet wurde Rio Safari Elche am 26.03.1982. Wie viele spanische Zoo wird er privat geführt. Inhaber dieses Zoos ist auch Besitzer des Zoos La Reserva in der Nähe von Sevilla, den ich im April 2010 besuchen konnte.
 
Diesen Park kann man zu Fuß oder in einem von Rio Elche gestellter „Bimmelbahn“ besichtigen. Da dieser Zoo eher klein und übersichtlich ist, habe ich mir die Bimmelbahn erspart.

Besucht habe ich Rio Elche Safari am 07.05.2011. Im Vorfeld habe ich Kontakt zu dem Chef-Elefantenpfleger Alex Zane Cristiany (www.zoohbw.com) aufgenommen und um ein kurzes Gespräch gebeten. Aus diesem „kurzem Gespräch“ wurde ein ganzer Tag.
Ich könnte Alex den ganzen Tag begleiten, ihm bei seiner Arbeit zuschauen und ihm jede Menge Fragen stellen, die er gerne beantwortete. Er zeigte mir einfach alles, von dem er glaubte, das es für mich interessant ist. Und…. ich hatte Kontakt zur Asiaten-Kuh Babaty. Ein unvergessliches Erlebnis.

Babaty wurde 1972 geboren – laut Alex in einem Zirkus, laut dem Zuchtbuch asiatischer Elefanten in Europa und der EEG als wilder Elefant.

Babyty lebt alleine. Sie gehört nicht dem Safari Park, sondern ist früh in Familienbesitz ihres Pflegers bzw. seines Vaters gekommen. Nach etlichen Stationen wurden sie und ihre Pfleger in Elche sesshaft.

Sie hat ein recht kleines, aber an Beschäftigung nicht armes Außengehege. So hat sie Topfeeder, Futternetze, Futterröhren, Sandhaufen, ein Badebecken mit Wasserfall.
Zur Nacht kommt sie in ein anderes, nicht einsehbares Gehege bzw. Haus. 2 mal täglich geht Alex oder sein Vater mit Babaty im Park spazieren, um ihr mehr Bewegung und Reize zu bieten.
Der Sand auf der Anlage wird alle 2 Wochen gewechselt bzw. neu aufgeschüttet. Es handelt sich hierbei um Strandsand, der kostenlos von einer Firma aus der Nähe angeliefert wird. Er soll sehr jodhaltig sein soll und für ihre Füße besonders gut sein.

Babaty ist ein verhaltensgestörter Elefant. Mit anderen Elefanten kommt sie nicht klar. Sie ist zwar nicht aggressiv, aber sie interessieren sie nicht und sie stand immer abseits. Menschen gegenüber ist sie aber aufgeschlossen und neugierig.
Der Direktor ist eher kaufmännischer Leiter, Alex eine Art "zoologischer Leiter". Sein Steckenpferd ist Enrichment, nicht nur für Elefanten. Außerdem gibt er Kurse zur Pflege und Verbesserungsvorschläge zur Elefantenhaltung und Gehegegestaltung. Alex ist ein Ziehsohn und Freund vom berühmten Elefanten-Mann Alan Roocroft.

Babaty ist der erste (???) Therapie-Elefant. Kinder mit Down-Syndrom oder Autisten kommen 2 - 3 mal jährlich in den Park und können zu Babaty Kontakt aufnehmen. Besonders bei Autisten soll man laut Alex den Erfolg sehen können...

Hin und wieder kommt es vor, dass Studenten und Schüler Babatys Verhalten studieren wollen bzw. sollen. Man entfernt dann für wenige Tage das komplette Enrichment auf der Anlage. Dann wieder sollen die Studenten sie beobachten, wenn alles wie gewohnt ist; sprich, wenn sie genügend Beschäftigungsmaterial auf der Anlage hat. Interessant ist ihr Bewegungsdrang und Aktivität. Mit Beschäftigung ist sie natürlich viel viel aktiver, ausgelassener und ausgeglichener.

1 - 2 mal täglich gibt es eine „Show“ auf einem eigenem „Show-Gelände“. Eigentlich besuche ich solche Shows nicht. Aber weil Alex meine Meinung zu dieser Show hören wollte, habe ich sie mir doch angesehen:
Ein Sprecher erzählte etwas zum Thema Elefanten, über die Arbeit in den Ursprungsländern, zur Fußpflege, zum Rüssel, Gebiss.... Es wurden Kunststücke wie Kopfstand oder ähnliches. Das einzige circensische war eine Art Tanzeinlage, bei der Babaty zum Takt der Musik ihre Füße und ihren Kopf bewegte.
Ansich fande ich die "Show" nicht schlecht, da den Besucher das Tier „Elefant“ näher gebracht wurde.
Nach der Show können die Besucher auf Babatys Rücken sitzen, sich fotografieren lassen und das Foto kaufen. Den Erlös für diese Fotos kann Alex komplett in das Enrichtment sämtlicher Tiere investieren.

 Alex’ letztes Projekt in Elche war eine neue Tigeranlage. Für die (nahe?) Zukunft wünscht er sich die Aufnahme zweier asiatischer Jungbullen, zu denen er dann Babaty regelmäßig vergesellschaften möchte. Er denkt, dass sie junge Tiere bemuttern würde - wie ihn selber. Sie schob, als wir kamen, Alex zwischen ihre Vorderbeine, wie es eine Mutter mit ihrem Jungen tut.
 
Bedingt durch die Einzelhaltung, bin ich mit gemischten Gefühlen nach Elche gekommen. Aber Alex' Einstellung und seine Wünsche für die Zukunft lassen mich glauben, dass er für Babaty und ihre Fehlprägung ein guter Pfleger ist. Und ich hoffe für Babaty, dass die Idee der Aufnahme von 2 Jungbullen und die Vergesellschaftung mit ihnen Babaty ein elefanten-würdigeres Leben bescheren wird.

 

Hier geht's zu HP von Rio Safari Elche

Ein riesen Dank geht an Alex, der sich unglaublich für Zeit genommen hat
und an Babaty, die mich auf Ewig in ihren Bann gezogen hat!!!

© Stephanie Wroben, 2006 - 2011 www.Elefanten-Fan.de