Elefanten
Infos rund um den grauen Riesen
 


Foto von Steffy Horn


Elefantenhaltung   Haltungsbestimmungen   Haltungsmanagement  Bullenproblem  

Systematik der Elefant    Unterschiede   Trächtigkeit und Geburt  

Motty, die Kreuzung   neu: Zähne   Elefanten in der Kaste

Elefantenhaltung
Die Geschichte der Elefantenhaltung hat vor ca. 3500 Jahren im asiatischen Raum ihren Ursprung. Die grauen Riesen galten als Prestigeobjekte und Statussymbole und symbolisierten Macht und Geld. Die Elefanten wurden beim Transport und beim Bau von Tempeln, Palästen und Staudämmen und bei der Waldrodung eingesetzt. Sie waren Arbeits-, Kampf- und Kriegselefanten.
In diesen Zeiten wurde nicht gezüchtet, weil die Kühe in den letzten Monaten der Trächtigkeit und während der Aufzucht ihrer Kälber nicht bei der Arbeit eingesetzt werden konnten. Wenn man neue Elefanten brauchte, so hat man sie einfach neue Elefanten der Natur entnommen. In einigen Gebieten galten Elefanten als Totem und durften nicht getötet werden. Der Fang, Zähmung, Dressur und das Halten von diesen (Totem-) Elefanten sind aber schizophrenerweise seit je her mit Misshandlungen und Einbrechen des Elefanten verbunden gewesen, ws seit dem Altertum mit Recht Kritik findet.
So fing man Elefanten mit Boden- oder Fußschlingen, trieb sie in Schluchten, Gewässer oder in Fallgruben und Fanggehege, die so genannte Kraale. Später näherte man sich auf bereits domestizierten Elefanten den wilden Dickhäutern und fing diese mit Schlingen. Oft wurden die Frischfänge durch Kampfelefanten, Wasser-, Futter- und Schlafentzug geschwächt, um sie willenlos und gehörig zu machen. Bei solchen Fangaktionen kam es nicht selten vor, dass die Mehrzahl der gefangen genommenen  Elefanten diese Tortur nicht überlebte. Es gab früher aber auch Gebiete, in denen die Frischfänge im heutigen so genannten „Protect Contact“ gezähmt wurden.
 
In Deutschland begann die Haltung von Elefanten in zoologischen Einrichtungen ca. Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Berliner Zoo zeigte ab 1844 die ersten Elefanten, 1885 folgte Frankfurt, 1860 dann Köln, 1861 Dresden und im Jahre 1878 Leipzig. Normalerweise wurde nur ein Elefant oder maximal ein Paar ausgestellt.
Diese fremden Wesen waren für die Besucher ein Kuriosum, da sie bisher unbekannt waren und die Literatur solche Tier nicht zeigte. Zoologische Einrichtungen hatten damals primär die Aufgabe die Tiere auszustellen und die Besucher zu belustigen. Starben Elefanten, wurde aus der Natur wieder für Nachschub gesorgt. Die Unterbringung der Elefanten war nicht annähernd artgerecht: viel zu kleine, betonierte Gehege, wenig Beschäftigungsmöglichkeiten, keine Möglichkeit in einem natürlichen Sozialgebilde leben zu können, Langeweile.

Die Aufgabe von zoologischen Einrichtungen hat sich im Laufe der Zeit verändert und stellt heute andere Anforderung. Sie gelten als Orte der Erholung und Bildung, als Forschungsstätte, als Reservat für bedrohte Tiere und widmen sich deren Arterhaltung. Da man keine Wildfänge mehr bekommt, müssen die Tiergärten und Zoos über die Erhaltungszuchtprogramme eine sich selbst erhaltende Populationen von Elefanten schaffen.
Ohne Wildfänge und/oder stark vermehrten Nachwuchs werden in den USA in den nächsten 50 Jahn keine Elefanten mehr gehalten werden können.

In Europa wird der existierende Zirkuselefantenbestand von ca. 90 Afrikanern und 150 Asiaten in ca. 88 Zirkusunternehmen bis ca. 2020 ausgestorben sein. In den zoologischen Einrichtungen in Europa wird sich der heutige Bestand der Asiaten ohne Wildfänge bis 2015 ca. halbieren. Der Bestand von Afrikanischen kann voraussichtlich zahlenmäßig gehalten werden.
Ein besonderes Problem wird die Unterbringung der Bullen werden, die nach einiger Zeit ihre Gruppe verlassen müssen. Leider gibt es aber bisher nur wenige Zoos, die nur Bullen halten. Die "Schau" von Kühen und wohlmöglich auch Baby-Elefanten sind für die Besucher ein stärkerer Magent als "nur" Bullen zu sehen.

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Haltungsbestimmungen: Richtlinien / Gesetze
1996 wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) das „Säugetiergutachten“ erstellt. Darin wurden Mindestanforderungen an die Haltung von Wildtieren in Zoos formuliert. Für Elefanten besagte es u. a.:

Raumbedarf Außenanlage für 3 Elefantenkühe von 500 qm und für 1 Elefantenbullen 150 qm = gesamt: 650 qm,
Raumbedarf Stallfläche mit Ankettung pro Tier (Elefantenkuh) 15 qm,
Keine Vorgaben zur Vorbeugung von Unfällen, d.h. keine sichere Haltung von Elefantenkühen (direkter Pflegerkontakt).


Skizze von www.elefanten-schutz-europa.de

Anmerkung: 650 qm hört sich zwar viel an, aber sie entsprechen nur ungefähr der Größe des Strafraumes eines Fußballfeldes und das für 4 der größten Landsäugetiere der Welt!!! Bei nächtlicher Ankettung sollen 15 qm ausreichend sein. Stimmt, sie können sich kaum bewegen!!!

Dieses Gutachten wurde in Bezug auf die Haltung von Elefanten in Frage gestellt und als dringend überarbeitungsbedürftig kritisiert, das sie eine absolute Mindestanforderung ist, unter denen eine Elefantenhaltung gerade noch tragbar ist.

Im Jahre 2000 wurde das Säugetiergutachten vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) überarbeitet. Diese Überarbeitung besagt u. a.:

Raumbedarf Außenanlage für 4 Elefantenkühe + Nachzucht und 1 Elefantenbullen gesamt: 3.000 qm,
Stallfläche im Boxensystem ohne Ankettung pro Box 33 qm,
Sichere Haltungsmöglichkeit auch von Elefantenkühen - falls erforderlich ohne direkten Pflegerkontakt.
Die Überarbeitung formulierte demnach eine 4 ½ -fache Vergrößerung der Außenanlage im Vergleich zum „Säugetiergutachten 1996“, die Aufhebung der Kettenhaltung und die Einführung eines Sicherheitssystems.
Leider wurde dieser neue Beschluss in der Folgezeit nicht öffentlich formuliert, so dass die Bestimmungen des Säugetiergutachtens immer noch ausschlaggebend sind. Die neuen Kriterien würden „nur bei Einfuhr (Import von Elefanten aus den Ursprungsländern) berücksichtigt“. Anhand dieser Regelungen kann ein Import genehmigt oder abgelehnt werden.

1999 wurde eine EU-Richtlinie über die Haltung von Wildtieren in Zoos verabschiedet, mit der Auflage diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. 2002 wurde diese EU-Richtlinie dann in nationales Recht (§51, Seite 16) umgesetzt: Waren Zoos vor 2002 annähernd Einrichtungen, die von keiner Stelle kontrolliert wurden, müssen sie jetzt bei Verstößen einzelne Tierarten abgeben oder können sogar geschlossen werden.

In der Praxis sieht es nun so aus, dass noch viele Zoo nur die Mindestanforderungen aus dem Säugetiergutachten von 1996 erfüllen, da Elefantenanlagen meist am Anfang des letzten Jahrhunderts bzw. nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurden. Da aber keine Elefanten mehr der Natur entnommen werden dürfen, müssen die Tiergärten und Zoos eine sich selbst erhaltende Populationen von Elefanten schaffen. Für die Zukunft heitß es, dass die Elefantenanlagen modernisiert und vergrößert werden müssen, wenn man weiterhin Elefanten halten möchte.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Kölner Zoo, der 2004 seinen Elefantenpark eröffnet hat und die Haltung im alten, unter Denkmalschutz stehendem "Elefantenhaus" mit der Abgabe seiner letzten Afrikanerin beendete. Die Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen beendete 2004 die Elefantenhaltung, weil ein Neubau zu teuer gewesen wäre. Also entweder müssen Tiergärten und Zoos investieren oder die Elefantenhaltung einstellen.

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Haltungsmanagement
Man unterscheidet grob 5 Arten bzw. Varianten einen Elefanten in zoologischen Einrichtungen zu halten:
 
Beim No Contakt Management – oder auch Hands Off -  gibt es keinen Kontakt zum Elefanten. Manipulation wie Körperpflege und Training entfallen. Behandlungen und Untersuchungen können nur unter Sedierung gemacht werden. No Contact ist nur auf großen Anlagen und nur bei intakten Sozialstrukturen innerhalb der Elefantenherde machbar.
No Contact wird in Deutschland nicht praktiziert. Ein Beispiel dieses Haltungskonzeptes ist die spanische Einrichtung „Parque de la Naturaleza“ in Cabarenco.
 
Die Methode des Free Contact Management basiert auf einer jahrtausenden alten Tradition. Der Elefantenpfleger ist nicht nur Pfleger, sondern auch Teil der Elefantenherde. Er ist das Alphatier, dem sich die Tiere unterordnen müssen. Körperpflege und Training finden im direkten Kontakt zum Elefanten statt, der Tierarzt kann den Elefanten direkt behandeln. Ferner ist es möglich die Elefanten zu beschäftigen, um Langeweile vorzubeugen. Free Contact ist daher handlich, wenn der Zoo nur einen begrenzten Raum für die Haltung hat. Beispiele für Free Contact Einrichtungen in Deutschland sind Stuttgart, Wuppertal und Tierpark Berlin.
 
Beim der Methode des Protect Contact Managements ist zwischen Elefant und Elefantenpfleger immer ein schützendes Gitter. Der Pfleger ist dadurch außerhalb der Reichweit des Elefanten und die Unfallgefahr wird somit minimiert. Pflege und Behandlung erfolgen an kleinen Gitteröffnungen. Hierzu muss das Tier auf die Kommandos hören.
In Köln und in Emmen werden z. B. die Elefanten im Protect Contact gehalten.
 
Für den Fall, dass ein Elefant im Protect Contact nicht auf Kommandos hört, wurde das Confined Contact Management entwickelt. Hierbei wird der Elefant in einen sogenannten „Crash-Cage“ fixiert, indem die Seitenwände soweit eingefahren werden, wie es für die Behandlung notwendig ist. So kann man den Elefanten geschützt behandeln und Sedierungen umgehen, die mitunter für das Tier lebensgefährlich sind. Hier besteht die Gefahr, dass der Elefant sich an den Crash Cage erinnert und nur noch ungern bzw. gar nicht mehr freiwillig in diesen Käfig geht.
 
No Confrontation: Hierbei betritt der Pfleger zwar die Elefantenanlage, übt aber keine Dominanz auf die Elefanten aus. Der Abstand zu den Elefanten ist immer so groß, dass sich die Elefante nie durch den Pfleger bedrängt fühlen.

Aber Haltungsform ist nicht gleich Haltungsform. Der Name gibt nur einen groben Überblick über die Art und Weise wie man einen Elefanten hält. So können sich wesentliche Unterschiede z. B. innerhalb von „Free Contact“ ergeben. Nicht jeder Zoo hält seine Elefanten in Free Contact wie ein anderer Zoo.
Ausschlaggebend für die Art und Weise wie man Elefanten hält, sollten aber die Eigenschaften jedes einzelnen Elefanten sein. Es gibt genügend Beispiele von Elefanten, die sich in Free Contact nicht dominieren lassen wollten. Früher wurden solche "bösartigen" Elefanten gerne getötet oder sie sind "zufällig" während einer notwendigen OP in der Narkose verstorben.
Ein schönes Beispiel ist Zambi: Als junger Elefant wurde sie in Afrika gefangenen genommen. Im Zoo wollte sie sich nicht ständig dominieren lassen und sich unterordnen. So griff sie ihre Pfleger an. Ihr drohte der Tod, da man nicht wusste wohin mir ihr.
Durch Initiatives einer ihrer Pfleger und des Verein ELEFANTEN-SCHUTZ EUROPA  kam sie nach Cabarceno im Norden Spaniens. Dort lebt sie in einer Gruppe zusammen, ganz ohne menschliches Eingreifen.
Die Kuh, die schon getötet werden sollte, hat dort bereits mehrfach für Nachwuchs gesorgt.

Siehe: http://www.elefanten-schutz-europa.de/Magazin/Ausgabe_1/Zambi-Rettung/zambi-rettung.html und
http://www.elefanten-schutz-europa.de/Magazin/Ausgabe_2/Zambi_in_Cabarceno/zambi_in_cabarceno.html

Elefantenkühe werden in Zoos und Tierparks überwiegend in "free Contact" gehalten. Die Haltung von Bullen gestaltet sich jedoch noch problematischer - bedingt durch die Musth.
Physische und psychische Merkmale der Musth sind: Ausfluss aus den Schläfendrüsen, ständiges Urintröpfeln und –spritzen, der Bulle verträgt während dieser Zeit keinen Lärm und Störungen (man geht von Kopfschmerzen aus)– zum Teil reicht bereits die bloße Anwesendheit von Pflegern und Besuchern, er reagiert auf keine erlernten Kommandos mehr, der Bulle zeigt aggressive Ausbrüche, wenn er sich gestört fühlt und versucht die ihm vertrauten Pfleger und andere Elefanten zu attackieren.
Man sagt auf einem im Zoo gehaltenen Elefantenbullen kommt ein getöteter Pfleger.
Der Testosteronspiegel ist in dieser Zeit  40 – 60-mal so hoch ist wie normal. Die Musth kehrt periodisch immer wieder und kann einige Wochen bzw. einige Monate andauern Sie ist aber nicht mit der Brunstzeit z. B. bei Hirschen vergleichbar, da Elefantenkühe keinen saisonal gebunden Zyklus haben.
Jedoch wurde das Phänomen Musth bisher nicht ausreichend erforscht, so dass man den Sinn noch nicht genau kennt.
Aus diesen Gründen wird ein Bulle spätestens mit Einsetzen der Geschlechtsreife im Protect Contact gehalten, um die Gefahr für seiner Pfleger zu minimieren.
Aber man darf nicht vergessen, dass auch bei Elefantenkühen, die Hands on gehalten werden, ständig eine latente Unfallgefahr besteht. Elefanten sind und bleiben nun mal Wildtiere. Kein Mensch käme auf die Idee ein Nashorn, einen Löwen oder einen Gorilla im direkten Kontakt zu halten…. warum aber Elefanten? Weil es immer so war? Muss es dann auch immer so bleiben?

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Bullenproblem
Die Herdenstruktur einer frei lebender Elefanten sieht so aus, dass die Herde aus miteinander verwandten Tieren besteht: Mütter, Töchter, Oma, Schwestern, Tanten, Cousinen. Neugeborene Kuhkälber verbleiben also ihr Leben lang in ihrer Geburtsherde.
Bullkälber hingegen bleiben nur bis sie in die Pubertät kommen– ca. wenn sie 8 – 10 Jahre alt sind - in ihrer Geburtsherde. Dann sondern sie sich ab bzw. werden von den Kühen vertreiben und schließen sich zu Jungbullengruppen zusammen. Ältere Bullen werden immer mehr einzelgängerisch.

Im Zoo wird, wenn überhaupt, nur ein einzelner Bulle, ganz selten 2 oder mehrere Bullen gehalten.
Einige Zoos, die keine Möglichkeit haben einen Bullen zu halten, aber gerne ein Elefantenbaby haben möchten, haben ihre Kühe künstlich befruchten lassen. Für die Kühe bedeutet dies allerdings eine stressige Zeit der Vorbereitung, die sich über Monate hinziehen kann und die Eingriffe sind keinesfalls artgerecht, anstrengend und unwürdig.
Bei den Nachzuchten, die nach einer künstlichen Befruchtung ausgetragen wurden sei aber noch anzumerken, dass überwiegend Bullkälber geboren wurden, die das Problem „Wohin?“ noch vergrößern.

Wenn Jungbullen in einen anderen Zoo kommen, dann wird oft nicht abgewartet, bis die Elefantengruppe ein Zeichen setzt, indem sie den Jungbullen selber vertreiben. Oft werden Jungbullen in einem noch sehr jungen Alter ausquartiert, oft weil schon der Nächste Nachwuchs unterwegs ist.

Nähe Sevilla, im „Exotic Animals Reserve Castillo de las Guardas“, läuft seit einigen Jahren ein fast noch einzigartiges Projekt: es werden ausschließlich Jungbullen gehalten. Im Moment bestehen 2 Gruppen aus jeweils 3 Elefanten, die zwischen 6 und 11 Jahre alt sind.

Dann gibt es noch 3 Einrichtungen die jeweils 2 Jungbullen halten: in La Fleche zwei 6-Jährige; in Ieper werden zwei 7-jährige Halbbrüder und in El Vergal hält zwei Halbbrüder (9 und 10 Jahre). Im französischen La Barben soll Ende 2009 ebenfalls eine Gruppe Jungbullen gehalten werden. Es ist aber immer noch nicht ausreichend Platz für die große Anzahl von Bullen, die in Zukunft ihre Gruppe verlassen müssen.

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Systematik der Elefant
Unterklasse = Höhere Säugetiere (Eutheria) 
Überordnung = Afrotheria 
Ordnung = Rüsseltiere (Proboscidea) 
Familie= Elefanten (Elephantidae) 
Gattung Elephas  Loxodonta 
Art    Asiatischer Elefant  Afrikanischer Elefant
Wissenschaftlicher Name  Elephas maximus  Loxodonta africana

Der Asiatische Elefant wird in drei Unterarten aufgeteilt:
• Indischer-Elefant (Elephas maximus indicus) aus Indien, Thailand, Vietnam, Burma und China
• Ceylon-Elefant (Elephas maximus maximus) aus Ceylon bzw. Sri Lanka
• Sumatra-Elefant (Elephas maximus sumatranus) von der Insel Sumatra
• eine noch nicht von allen offiziel anerkannte vierte Unterart ist der Borneo-Elefant, der kleine Waldelefant Borneos.

Der Afrikanische Elefant wird in zwei Unterarten aufgeteilt:
• Waldelefant (Rundohrelefant, Loxodonta cyclotis)
• Steppenelefant (Großohrelefant, Loxodonta africana)

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Unterschiede
Welche Unterschiede gibt es zwischen afrikanischen und asiatischen Elefanten?
 
Früher waren für mich alle Elefanten grau, groß und hatten einen Rüssel!
Aber die beiden Arten - Afrikanische (Loxodonta Africana = LA) und Asiatische (Elephas Maximus = EM) unterscheiden sich doch in gewissen Punkten, so dass man als Laie schnell lernt, sie zu unterscheiden.


(Foto mit freundlicher Genehmigung des Augsburger Zoos)

Das für mich einfachste Erkennungsmerkmal sind die Ohren. Die Ohren der Afrikaner sind groß und ähneln der Form der afrikanischen Landkarte. Die Ohren der Asiaten sind eher klein und ähneln der Form der indischen Landkarte.
Elefanten können nicht schwitzen. Ihre Körpertemperatur müssen sie über ihre Ohren regulieren, indem sie wedeln und das Blut in den Ohren dadurch abkühlt. Da es in Afrika heißer ist, haben Afrikaner größere Ohren, um somit ihre Körpertemperatur besser regulieren zu können. 

Dann erkennt man im Körperbau noch einige Unterschiede: Die Asiaten haben ihren höchsten Punkt ihres Körper am Rücken, hier spricht man von einem „Buckelrücken“. Die Afrikaner haben ihren höchsten Punkt auf den Schultern. Hier spricht man von eine „Sattelrücken“.  

Der Bauch verläuft bei den Afrikanern von den Vorderbeinen schräg zu den Hinterbeinen. Bei den Asiaten ist der Bauch gerade oder in der Mitte durchhängend. Die Haut ist bei den Afrikaner runzeliger / falltiger, bei den Asiaten ist sie glatter. Die Asiaten haben häifig depigmentierte Stellen an ihrem Körper – meist die Ohren, der Rüsselansatz, aber auch am Hals oder im Nacken.
 
Bei den afrikanischen Elefanten haben sowohl Bullen als auch Kühe Stoßzähne. Bei den asiatischen Elefanten haben nur Bullen Stoßzähne. Bei den Kühen sind sie gar nicht vorhanden oder nicht sichtbar.

Ein weiterer Unterschied besteht im Rüssel: Der Rüsseln eines asiatischen Elefanten hat 1 „Greiffinger“. Die afrikanischen Elefanten haben zwei „Greiffinger“. Beide Arten haben in ihrem Rüssel ca. 40.000 Muskeln die den Rüssel zu so einem fantastischem Werkzeug machen. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte hat sich der Rüssel durch das Zusammenwachsen von Oberlippe und Nase gebildet.
 
Die afrikanischen Elefanten können eine Größe von 4 Metern erreichen, die Asiaten bis zu 3,1 Metern. Afrikaner können bis 4000 - 7000 kg schwer werden, die Asiaten 3000 - 6000 kg. Elefanten sind damit die größten und schwersten Landsäugetiere. Die Unterlippe der Asiaten ist spitz und lang, die der Afrikaner rund und kurz. Die Afrikaner haben 21 Rippen-Paare, die Asiaten 20. Die Afrikaner haben am Vorderfuß 5 Zehnägel, am Hinterfuß 4 oder selten 5, die Asiaten haben am Vorderfuß 4 oder selten 5 Zehnägel, am Hinterfuss 3 oder selten 4.

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Trächtigkeit und Geburt
Der Zyklus einer Elefantenkuh dauert ca. 3 bis 4 Monate. In dieser Zeit ist sie für nur wenige Tage empfängnisbereit. Elefantenkühe zeigen somit kein saisonales Fortpflanzungsverhalten. Die Trächtigkeit dauert bei Afrikanern ca. 640 und bei Asiaten ca. 645 Tage, also knapp 22 Monate, fast 2 Jahre. Das ist die längste Tragzeit im Tierreich überhaupt.
Anders als man vielleicht vermuten kann, liegt die Gebärmutter unter der Wirbelsäule, kurz hinter den Beckenknochen. Die Scheidenöffnung befindet sich nicht unter dem Schwanz sondern zwischen den Beinen. So fällt das Kalb nicht so tief. Der lange Geburtskanal (ca. 1,5 m) aber vor allem die Masse machen einen Kaiserschnitt daher nicht durchführbar. Ein Nähen der Wunde ist unmöglich, kein Faden der Welt könnte so viel Masse zusammen halten. Es ist jedoch schon gelungen tote Föten durch einen Dammschnitt aus dem Uterus zu holen, wobei die Muttertiere diesen Eingriff überlebt hat.
Die anstehende Geburt kündigt sich durch vergrößerte Zitzen und durch sinkende Hormonwerte, die man aus Blut- oder Urinproben gewinnt, an. Sinkt der Hormonspiegel unter einen bestimmten Wert, steht die Geburt kurz bevor. Man rechnet dann innerhalb von 24 – 48 Stunden mit dem Kalb. Eine bevorstehende Geburt kann man aber auch am Verhalten des Bullen erkennen. Kurz vor der Geburt schüttet die Kuh einen Duft aus, der den Bullen denken lässt, dass die Kuh empfängnisbereit sei.
Geburten finden in der Regel in der Nacht statt, gelegentlich kommt es aber auch tagsüber zu Geburten. Manchmal zieht sich eine Geburt auch über 2 Nächte. Dies liegt daran, dass eine Geburt während des Tag in der Natur Fressfeinde anlocken kann. Kurz vor der Geburt bildet sich am Hinterteil eine Beule. Das Kalb wird durch den langen Geburtskanal gepresst und kommt mit dem Kopf zu erst auf die Welt. Neue Elefanten-Erden-Bürger wiegen ca. 100 kg und sind ca. 100 cm groß. Abweichungen hiervon bestätigen die Regel.

 

In der Natur helfen die Tanten der Gebärenden und kümmern sich um das Neugeborene. Mit Hilfe des Rüssels und der Beine wird das Kalb von der Embryonalhülle befreit. Die Zeit wann das Kalb aufsteht und das erste Mal trinkt weicht von einander ab. Die Erstmilch, auch Kolostrum genannt, ist für das Kalb sehr sehr wichtig. Sie besteht aus Proteinen, Enzymen, Vitaminen, Mineralien, Wachstumsfaktoren, Aminosäuren und Antikörpern. Auf diese Weise wird die Stärkung und die Immunabwehr des Jungtiers unterstützt. Bekommt ein Kalb kein oder zu wenig Kolostrum,. z. B durch Tot der Mutter oder durch zu geringe Milchproduktion, besteht die Gefahr, dass das Kalb schwächelt und sogar stirbt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren befinden sich die Zitzen bei den Elefantenkühen zwischen den Vorderbeinen.

In Zoos war es lange Zeit üblich das kalbende Muttertier von den anderen Elefanten zu separieren und anzuketten und das Kalb direkt nach der Geburt bei Seite zu nehmen und erst wieder der Mutter zu geben, wenn diese sich von dem Geschehnis etwas berühigt hat. Vor allem Erstgebärende haben bedingt durch den Schock der Geburt und durch die Schmerzen ihre Kälber attackiert und getötet.
Jedenfalls sah man das lange so. Nun werden diese Angriffe aber auch so interpretiert, dass das Muttertier, „das“ was sich außerhalb ihrer Sichtweise unter ihr befindet, in ihren Blickwinkel schieben möchte. Durch die Ankettung an einem Vorderbein und dem gegenüberliegendem Hinterbein ist dies aber nicht so einfach möglich.
Aber immer häufiger entscheiden sich Zoos nun zu natürlichen Geburten. Dabei wird die (erfahrene) Mutterkuh nicht mehr angekettet und bekommt ihr Kalb in einer Wurfbox ohne Angreifen von Pflegern. Oder aber sie bekommt innerhalb der Gruppe Hilfe von erfahrenen Tanten, die die Gebärende bei der Geburt tatkräftig unterstützen.

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Motty, die Kreuzung
Die bisher einzige Kreuzung, auch Hybrid genannt, zwischen einem asiatischen und einem afrikanischen Elefanten hieß „Motty“.

„Motty“ war ein Bullkalb, dessen Mutter - „Sheba“ - eine asiatische Kuh ist und dessen Vater ein afrikanischer Bulle - „Jumbolino“ - war. Motty wurde am Morgen des 11.07.1978 auf der Außenanlage im Zoo von Chester geboren. Man hatte zwar verschiedene Deckakte seiner Eltern beobachten können, jedoch rechnete niemand mit einer Geburt, da der asiatische Elefant (Elephas Maximus) und der afrikanische Elefant (Loxodonta Africana) zwei unterschiedlichen Gattungen angehören. Eine Kreuzung zwischen 2 Tieren derselben Gattung aber unterschiedlicher Arten, sind meistens unfruchtbar - wie z. B. der Muli (Esel / Pferd). Eine Kreuzung zwischen 2 Gattungen wurde als unmöglich betrachtet. Bis „Motty“ geboren wurde.

Das Bullenkalb hatte die Wangen, den Nacken und die großen Ohren mit spitzen Lappen eines afrikanischen Elefanten. Während die Anzahl der Fußnägel (5 vorn, 4 hinten) und der einzelne Rüsselfinger der eines Asiaten war. Die körperliche Gesamterscheinung glich der eines afrikanischen Elefanten, aber mit einem Buckel in der Mitte des Rückens (Asiate) und einem Buckel hinten am Becken (Afrikaner).
Auf Grund seiner Größe, gingen die Zoologen davon aus, dass „Motty“ eine Frühgeburt war. Er bekam Vitamine und Glukose. Erst einen Tag nach seiner Geburt stand „Motty“ zum ersten Mal auf, nachdem die Pfleger fast einen ganzen Tag lang versuchten ihn dazu zu animieren. Mutter und Kind wurden am nächsten Tag mit den anderen Elefanten zusammen gelassen und „Motty“ konnte in den Stall gehen. 3 Tage nach seiner Geburt war „Motty“ das erste Mal da zu in der Lage bei seiner Mutter zu trinken. Daraufhin wurde die Flaschenfütterung eingestellt.
Eine Woche nach seiner Geburt bekam er einen Mageninfekt, der mit Antibiotika behandelt wurde. 2 Tage später schien „Motty“ sich erholt zu haben und fraß und schlief normal. Am Morgen des 21.07.78 wurde „Motty“ im komatösen Zustand liegend aufgefunden. Man versuchte mit Wärme, Herzmassage und künstlicher Beatmung ihn am Leben zu erhalten, jedoch verstarb „Motty“ 1 Stunde später.
Seine Mutter „Sheba“ lebt heute noch im Zoo von Chester und gehört mit ihren 53 Jahren zu den ältesten Elefanten in Europa. Sein Vater „Jumbolino“ fiel 1979 in einen Graben. Dem Zoo blieb keine andere Wahl, als ihn zu euthanasieren.
 
Quellen:
http://www.wort-und-wissen.de/index2.php?artikel=sij/sij111/sij111-8.html
http://www.gratis-wiki.com/EleWiki/index.php?title=Motty
http://www.elephant.se/“Motty“_die_elefanten_kreuzung.php
http://www.hybridelephant.com/“Motty“.html

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Zähne - Stoßzähne und Molaren
Die Vorfahren unserer heutigen Elefanten hatten Gebisse mit Schneide- und Mahlzähnen. Die Zähne der asiatischen und afrikanischen Elefanten sehen aber heute ganz anders aus.

Mit etwa 1 Jahr brechen bei einem Kalb die Stosszähne durch. Von nun an wachsen die Stoßzähne ein Leben lang. Ungefähr 2/3 des Stosszahns ist sichtbar, das andere Drittel liegt im Zahnfach des Schädels und reicht bis unters Auge.
Die beiden unteren Drittel sind "lebendig" – in der dort befindliche Zahnpulpa gibt es den Nerven, Blutgefässen sowie die Gewebeschicht, welche das Elfenbein ständig produziert.
Bricht ein Stück Stosszahn ab, so kann dies schlimme Folgen für den Elefanten haben und mithin zum Tod des Tieres führen.

Siehe dazu auch den bebilderten Bericht: „VERSORGUNG EINER STOSSZAHNFRAKTUR BEI EINEM 4 JAHRE ALTEN MÄNNLICHEN AFRIKANISCHEN ELEFANTEN

Aus den Backenzähnen der Vorfahren wurden Molare - große Lamellen - mit denen die Elefanten ihre Nahrung zermahlen können. Die Molaren beider Arten unterscheiden sich: die Molaren der Afrikaner weisen rautenartige Lamellen auf. Asiaten haben Zusammengedrückte Lamellen.


li.: Asiate,re.: Afrikaner

Sechs Mal in seinem Leben bekommt ein Elefant neue Backenzähne. Dies geschieht nicht wie bei uns Menschen von unten nach oben, sondern durch einen horizontalen Zahnwechsel langsam von hinten nach vorn. Die Zähne brechen lamellenweise ab.

   
1 = Backenzahn M1 , 2 = Backenzahn M2,
3= Zahnfach für den letzen Zahn, hier M3
 

Siehe dazu auch den Querschnitt des Schädels einer asiatischen Elefantenkuh.

In den ersten Lebensjahren haben Elefanten zwei Milchbackenzähne in jeder Kieferhälfte (DP2, DP3, der DP1 ist in der Stammesgeschichte verloren gegangen). Der dritte Milchbackenzahn (DP4) bricht mit etwa sechs bis acht Jahren durch. Es folgen nacheinander die Backenzähne M1 und M2. Der sechste und letzte Backenzahn (M3) bricht mit etwa 40 Jahren durch. Der erste Backenzahn eines Elefantenkalbes ist so groß wie eine Zigarettenschachtel, der letzte hat die Größe eines Ziegelsteins.

Ist der letzte Zahn aufgebraucht und abgebrochen, so ist das Ende des Elefanten bestimmt. Hier liegt auch der Ursprung des Mythos „Elefantenfriedhof“.Wenn ein frei lebender Elefant seine letzten Zähne verloren hat, sucht er oft Gegenden mit weicher Vegetation auf. Trotz des guten Nahrungsangebotes stirbt er aber bei völligem Fehlen der Molaren, da er das Futter unzerkleinert nicht einmal mehr schlucken und noch viel weniger verdauen kann - er verhungert buchstäblich.

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Elefanten in der Kaste
Bei unseren Zoobesuchen ist uns bei den Asiaten aufgefallen, dass es unter ihnen verschiedene „Typen“ gibt. Mehrer Male haben wir gesagt, „der Elefant erinnert mich aber an YX“ oder „ der hat aber Ähnlichkeit mit YX“. Auf der Suche nach unseren Beobachtungen habe ich in Netz folgendes gefunden: 

Bereits die alten Inder haben Elefanten in Kasten eingeteilt:
Die unterste Elefanten-Kaste ist die der Mriga – Mierga. Hierbei handelt es sich ein schlankes, „klappriges“ Tiere mit hohen Beinen und kleinem Kopf. Sie sind schreckhaft und nervös und werden als nicht intelligent bezeichnet.

Bei der zweiten Kaste handelt es sich um die Dwasala. Dies ist eine Mischung aus der unteren und der oberen Kaste.

Bei der oberen Kaste handelt es sich um die Komeriah - Kumiria – Kumeriah. Diese Elefanten waren damals am meisten geschätzt und wurden als Kriegselefanten eingesetzt. Sie haben einen großen, kompakten, symetrischen Körper und einen mächtigen Kopf. Sie gelten als vertrauenswürdig, diszipliniert und furchtlos.

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© Stephanie Wroben, 2006 - 2010 www.Elefanten-Fan.de