Zoo in Emmen

 

 „Der Dierenpark Emmen, vormals Noorder Dierenpark, besteht aus zwei Bereichen, wobei der ältere und bislang noch größere Teil mitten im Zentrum der Stadt Emmen liegt. […] Der Noorder Dierenpark wurde 1935 von Willem Oosting als Privatunternehmen gegründet. Die Familien Oosting und Rensen führten den Zoo auch in den folgenden Jahrzehnten und bauten diesen vor allem seit den 1970er Jahren zu einer bedeutenden, wissenschaftlich orientierten Einrichtung aus. […]
In den 1990er Jahren sahen die Verantwortlichen in Emmen die Expansionsmöglichkeiten auf dem bisherigen, 13 Hektar großen Gelände im Stadtzentrum erschöpft. Aus diesem Grund wurde ein Areal außerhalb des Zentrums auf dem Noordbargeres aufgekauft. […] In den folgenden Jahren kaufte der Zoo Emmen etwa 40 Hektar auf dem Noordbargeres hinzu und stellte erste Überlegungen an, den Zoo vollständig auf das Erweiterungsgelände zu verlagern. Diese Überlegungen wurden jedoch erst im September 2006 auf einem Treffen zwischen den Verantwortlichen des Zoos und der Stadt Emmen konkret. Beide beschlossen, in Zusammenarbeit auf dem Noordbargeres einen neuartigen Park zu errichten. „
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dierenpark_Emmen 

Im Zoo Emmen war ich nun zwei Mal. Das erste Mal am 30.08.06 zusammen mit meinem Lebensgefährten und am 13.09.2008 zum zweiten Mal mit einer Bekannten, die ich elefanten-technisch im Internet kennen gelernt habe.
Das erste Mal wollten wir im Emmener Zoo den Vater des ersten Kölner Kalbes Marlar sehen. Wir haben schon einiges über den dort lebenden Elefanten-Bullen Radza gelesen und gesehen. Daher wollten wir ihn, seine 6 „Frauen“ und die Jungtiere einmal live erleben.
Radza gilt als einer der größten asiatischen Bulle Europas. Er soll 7,2 Tonnen auf die Waage bringen, er ist 3,25 Meter groß und seine Stoßzähne haben eine Länge von 2 Metern.

Die Elefantenanlage ist groß, bietet viel Sand, ein Badebecken und etliche Steine, die gerne zum klettern genutzt werden. Allerdings könnte die Anlage für die Anzahl der Bewohner größer sein. Und leider weißt sie auch gefährliche Gräben auf.
Das Elefantenhaus ist für Besucher nicht begehbar. Man kann aber von einem Fenster aus hinunter schauen. Sie ist ein reiner Zweckbau. Die Gitterwände können, wenn die Pfleger die Halle verlassen haben, hoch gefahren werden, so dass die Elefanten die gesamte Fläche nutzen können.


(© A. Roolfs, die Gitter links werden, wenn die Pfleger
die Halle verlassen haben, hoch gefahren werden)

Nachmittags gab es eine kommentierte Elefantendusche bzw.- fütterung. Leider habe ich nicht wirklich viel Holländisch verstanden. Mein Freund, der Platt-Dütsch versteht, konnte einiges verstehen und übersetze für mich…. Beim zweiten Besuch habe ich mich nicht gescheut einen Pfleger und eine Besucherin anzusprechen, die uns dabei halfen die Elefanten auseinander halten zu lernen.

Vom Zoo insgesamt waren wir etwas enttäuscht. Durch die vielen TV-Reportagen haben wir uns den Zoo wesentlich größer vorgestellt und haben auch gedacht, dass die Gehege irgendwie fortschrittlicher wären. Der Zoo Emmen liegt auf unserer Skala eher im Mittelfeld. Außerdem ist der Zoo wie gesagt in 2 Teile unterteilt. Um vom einen Teil zum anderen zu gelangen, musste man über die Traverse, eine große Fußgängerbrücke, und ein Stück durch die Innenstadt. Das fand ich nicht unbedingt so prickelnd.

Aber was die Elefanten angeht, ist dies die interessanteste Haltung, die ich bisher gesehen habe. Bei diesen Elefanten kann man schon von einer gewachsenen Herde sprechen. Vor mehr als 20 Jahren - 1988 - baute der Zoo eine Zuchtgruppe mit aus Birma importierten Kühen auf. Mittlerweile leben 3 Generationen in Emmen: Mutter – Tochter – Enkel. Die Herdenstruktur ist gefestigt und schön zu beobachten. Wir konnten kein Tier sehen, dass gewebt hat, alle Tiere haben die ganze Anlage genutzt, Kontakt zu anderen aufgenommen. Die Kälber spielten ausgelassen mit einander, die Mütter und Tanten kamen vorbildlich ihren Aufgaben nach. Der Vater schaute sich das Geschehen an und ließ sich durch nichts und niemandem aus der Ruhe bringen.

Im Zoo leben die Bullen:

Radza, geb. 1966
Ananda Yingthway, 25.02.2008
Yoe Ma, geb. 04.09.2008 
Ein She Min, geb. 23.05.2009 
Einga-Tha, geb. 09.03.2010
Mong Tine, geb. 06.02.2011

Infos über die Elefantenbullen
in Emmen gibt es hier

sowie die Kühe:

Yu Zin, geb. 1979
Htoo Kin Aye, geb. 1981
Htoo Yin Aye, geb. 1981
Mingalar Oo, geb. 01.03.92
Ma Palai, geb. 08.03.98
Ma Yay Yee, geb. 02.05.99
Swe Zin, geb. 08.08.2007 

Infos über die Elefantenkühe in Emmen gibt es hier

Wie in der Ntur üblich, trennt sich der Zoo Emmen von pudertierenden Jungbullen:
Am 09.07.2008 haben die beiden im Emmen geborenen Jungbullen Than Myan und Kan Kaung den Zoo Richtung Mierlo, Dierenjik Europa verlassen. Die beiden Bullen bilden dort mit dem im Rotterdam geborenen Sibu einen Männer-WG. 
Am 30.08.2010 zogen wiederum 2 pubertierende Jungbullen um: Letsongmon und Myo St Kaung leben nun im polnischen Plock.
Am 10.05.2011 traf Unt Bwe in Sevilla ein.


(© A. Roolfs: Than Myan, Kan Kaung und Sibu)

Am 04.09.2008 wurde zu ersten Mal ein Elefantenbaby auf der Außenanlage geboren. Der kleine Bulle Yoe Ma ist der Sohn von Radza und Minagalar Oo, das erste Kalb, das im Zoo Emmen geboren wurde. Es war auch das erste Mal, dass Besucher so eine Geburt  beobachten konnten. Die anderen Geburten fanden, teils im Beisein von Vater Radza, im Haus statt. Radza war nach der Geburt etwas aufgeregt und wollte die frisch gepackene Mutter wieder decken - geburtsbedingte hormonelle Verwirrung des Bullen. Die anderen Kühe konnten ihn von Mingalar Oo fernhalten und es gelang den Pflegern dann auch die Elefanten, früher als sonst, ins Haus zu holen.
Der neuste Elefantennachwuchs, bereits der 21. (!!!) in Emmen, kam am 09.03.2010 zur Welt. Die Elefantenkuh Htoo Kin Aye gebar einen kleinen Sohn, den man Einga-Tha getauft hat.


Yoe Ma - gerade ein paar Tage alt

Die "Gründerin" der heutigen Emmer Herde war die asiatische Elefantenkuh Annabel, die ehemalige Matriachin der Herde. Sie wurde im Jahre 1964 als wilder Elefant geboren. Seit dem 20.05.1966 lebte sie im Emmener Zoo und war somit die am längsten dort lebende Elefantin. Annabel wurde anfangs alleine gehalten. 1972 bekam sie Gesellschaft einer Afrikanerin. Aber das Zusammenleben war nicht harmonisch und es kam immer wieder zu teils heftigen Streitigkeiten. Die Afrikanerin wurde daraufhin wieder abgegeben und Annabel wurde wieder alleine gehalten. 1980 bekam Annabel dann asiatische Gesellschaft von der Kuh „Hella“. 1987 kam nochmals Verstärkung, die Elefantenkuh „Zitta“. Zu dieser Zeit kam dem Zoo der Gedanke seine Elefantenanlage an anderer Stelle zu vergrößern. Man wollte Platz für ungefähr 15 Tiere schaffen. Der Bau ging schnell von statten und so zogen am 26.06.1988 sechs neue junge Elefanten zusammen mit den drei schon vorhandenen Elefanten in das neue Elefantenhaus. Im Oktober desselben Jahres kamen, nach einer Abgabe einer Elefantenkuh wegen Probleme bei der Eingliederung, 2 weitere Kühe. Die beiden anderen älteren Elefantenkühe Hella und Zitta fühlten sich in der jungen Herde nicht wohl und wurden an den Zoo von Budapest abgegeben.

 

Am 01.03.2009 kam die traurige Nachricht, dass Annabel eingeschläfert werden musste. Am Nachmittag fiel Annabel in den U-förmigen Trockengraben, landete auf den Rücken und lag fest. Sie konnte aus eigener Kraft nicht wieder aufstehen. Sie soll bei kämpferischen Spielen zweier Jungbullen ins Straucheln gekommen sein und so das Gleichgewicht verloren haben. Die sofort herbei geeilten Zoomitarbeiter arbeiteten mit allen Kräften daran, Annabel wieder auf die Beine zu bringen, aber es gelang ihnen „nur“ Annabel in eine bessere Position zu bringen. Auch ein Kran und Luftkissen wurden eingesetzt. Mittlerweile aus dem Graben befreut, aber immer noch nicht wieder auf den Beinen, litt Annabel zu sehr unter einem Schock - sie wollte und konnte nicht mehr ausstehen. Auch die vom Tierarzt verabreichten Infusionen halfen nicht. Die Verantwortlichen entschieden sich in dieser aussichtslosen Situation schweren Herzens ihren Besucherliebling einzuschläfern. Die Obduktion ergab, dass Annabel gebrochene Halswirbel hatte und gar nicht mehr aufstehen konnte, weil sie gelähmt war. Ich bin gespannt wie die Herde mit dem Verlust ihrer Leitkuh umgeht. Die Kuh Yu Zin hat Annabells "Erbe" als Leitkuh angetreten.

Und kein Jahr später hat der Zoo Emmen wieder eine Kuh verloren. Swe San Htay wurde am morgen des 17.02.2010 tot in der Elefantenhallte aufgefunden. Weder der Körper selber noch die Bilder nach näxhtlichen Überwachungskamere gaben erste Aufschlüsse über die Todesursache. Swe San Htay hätte im Frühjahr ihr 3. Kalb zur Welt gebracht.

Die 21  in Emmen geborenen Kälber: 4 Kühe und 17 Bullen 

01.03.92 Kuh Mingalar Oo
01.06.92  Bulle Bo Gyi † 07.07.1993, Kalb von: Naing Thein und Yu Zin, Verletzungen nach Grabensturz
23.08.94  Bulle Ant Bwe Lay, seit 27.06.2000 in Pont-Scorff, Kalb von: Naing Thein und Htoo Kin Aye
29.05.94 Bulle Kan Yome, † 30.05.1994, Kalb von Naing Thein und Kaing Lwin Htoo (†), nicht lebensfähig, Herz-/ Lungenfehler
09.11.97 Bulle Aung Naing Lay, jetzt im Zoo Kharkiv (Ukraine), Kalb von: Naing Thein und Yu Zin
23.12.97 Bulle Tsje Pyan, jetzt Sevilla, Kalb von Naing Thein und Thi Ha Phuy
08.03.98 Kuh Ma Palai
08.02.98 Bulle Maung Htoo, jetzt in Sevilla, Kalb von: Naing Thein und Swe San Htay
02.05.99 Kuh  Ma Yay Yee
16.07.01 Bulle Aung Bo, jetzt Sevilla, Kalb von Naing Thein und Khaing Lwin Htoo (†)
03.03.02  Bulle Aung Si, jetzt Sevilla, Kalb von Naing Thein und Thi Ha Phyu
27.05.02 Bulle  Kan Kaung, jetzt in Mierlo, Kalb von  Naing Thein + Yu Zin
05.09.02 Bulle  Than Myan, jetzt in Mierlo, Kalb von  Naing Thein + Htoo Yin Aye
06.06.05 Bulle  Letsongmon, Kalb von  Naing Thein + Htoo Kin Aye
07.08.05 Bulle  Myo Set Kaung, Kalb von  Radza + Mingalar Oo
23.05.06 Bulle  Unt Bwe, Kalv von  Radza + Swe San Htay †
08.08.07 Kuh  Swe Zin Kalb von Radza + Htoo Kin Aye
25.02.08 Bulle  Ananda Yingthway Kalb von Radza + Htoo Yin Aye
04.09.08 Bulle - Yoe Ma, Kalb von Radza + Mingalar Oo
23.05.09 Bulle - Ein She Min, Kalb von Radza + Ma Yaa Ye
09.03.2010 Bulle - Einga-Tha Kalb von Radza + Htoo Khin Aye

 Das Elefantentagebuch des Emmener Zoos: klick hier

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2010 www.Elefanten-Fan.de