Zoo Heidelberg

Eröffnet wurde der Zoo Heidelberg am 20.11.1934 und hat heute eine Größe von 10,2 ha. Der Tierbestand umfasst etwa 980 Individuen in 162 Arten. Der Zooeröffnung voran gegangen war die Gründung einer Stiftung, die durch Carl Bosch initiiert wurde.
In den ersten Jahren wurde der junge Zoo von finanziellen Sorgen geplagt, die sich in den Kriegsjahren verschärften. Im März 1945 wurde der Zoo bei Bombenangriffen fast vollständig zerstört. In den Nachkriegsjahren war das Weiterführen der zoologischen Geschäfte nicht immer sicher. In den 50ger Jahren konnte sich der Zoo nur langsam erholen und in den 70ger Jahren wurde mit einer Generalerneuerung und dem Aufbau zahlreicher Anlagen begonnen.

 

Den ersten Elefanten zeigte Heidelberg im April 1957. Es war die damals ungefähr 5-jährige Rani. Im August 1959 bekam Rani Gesellschaft von der damals 2-jährigen Lakshmi. Beide Elefanten blieben ihr Leben lang in Heidelberg.
Von 1982 bis 1987 lebte außerdem ein afrikanischer Elefant mit den beiden Asiatinnen zusammen, die Elefantin Susie (Malindi).
Nachdem Rani am 06.08.2001 verstarb, blieb Lakshmi erst mal allein. Erst am 28.09.2004 bekam sie mit Ilona, einer Kuh aus Hannover, wieder Gesellschaft. Lakshmi aber verstarb nicht mal 1 Jahr später am 21.07.2005.
Am 15.11.2005 nahm der Zoo die Zirkuselefantin Maya auf. Sie wurde in ihrem Zirkus nicht artgerecht gehalten, so dass sie abgegeben werden musste. Maya war in keiner guten körperlichen Verfassung. Einmal kam es sogar so weit, dass sie im Haus festlag. D. h. dass sie aus eigener Kraft nicht wieder ausstehen konnte. Die Feuerwehr rückte aus, sägte sogar ein Loch ins Dach, um Maya mit einem Kran wieder aufzurichten. Maya erholte sich erstaunlicherweise von diesem Vorfall. Umso trauriger  war es, dass man sie am 13.06.2006 tot im Badebecken vorfand.
Somit musste für Ilona wieder Gesellschaft gesucht werden musste. Am 26.07.2006 kam Jenny aus dem Tierpark Heidelberg.

Den Zoo Heidelberg haben wir bereits zweimal besucht. Unser erster Besuch am 31.10.2007 war eine spontane Idee auf dem Heimweg von Stuttgart nach Hause. Wir mussten an Heidelberg vorbei und haben dort eine "kleine Pause" gemacht. Den zweiten Besuch statteten wir dem Zoo am 09.08.2010 ab.
Mit eher mäßigen Erwartungen sind wir in den Zoo gegangen und wurden richtig überwältig. Der Zoo ist verhältnismäßig klein, vor allem, wenn man einen Tag vorher in der riesigen Stuttgarter Wilhelma war. Aber die Gehege sind alle sehr liebevoll eingerichtet und mit vielen tollen Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere aufgewertet worden. Gerade dadurch, dass der Heidelberger Zoo eher überschaubar ist, hat er unserer Meinung nach, sehr viel Charme. Besonders sind auch die Tierpfleger aufgefallen, die sich, jedenfalls die, die wir angesprochen haben, alle sehr viel Zeit genommen, um unsere Fragen zu beantworten....

Ilona Jenny 
(Fotos von Max Jäger)

Bei unserem ersten Besuch im Oktober 2007 lebten dort die beiden Elefantenkühe: 

Ilona, geb. 1968 und Jenny, geb. 1983

Im Jahre 2004 wurde ihre Anlage erneuert. So gut sie auch war, so klein und veraltet war das Haus. Daher plante man bereits seit längerem ein neues Haus, das den modernen Ansprüchen einer Elefantenhaltung gerecht wurde. Man wollte bis zu vier ältere Kühe aufnehmen.
Spartenstich war im Juni 2008. Allerdings hat man die Planungen der zukünftigen Bewohner dieses Hauses völlig geändert. Die beiden Elefantendamen Jenny und Ilona werden keine Verstärkung bekommen – ganz im Gegenteil. Sie haben den Zoo Heidelberg im November 2009 Richtung Karlsruhe verlassen.

„In Europa werden immer mehr Elefanten geboren – das ist eine gute Nachricht. Noch vor wenigen Jahren war fraglich, ob es in dreißig Jahren überhaupt noch Elefanten in Europäischen Zoos geben würde, so gering war die Geburtenrate. Inzwischen sieht sich das Erhaltungszuchtprogramm für Asiatische Elefanten (EEP) mit einem anderen Problem konfrontiert: In den letzten Jahren wurden sehr viele junge Elefantenbullen geboren und für die fehlt bislang der Platz. Zur Entschärfung dieser Situation will der Zoo Heidelberg einen Beitrag leisten: Für die beiden Elefantendamen des Zoos wurde im Zoo Karlsruhe ein guter Platz gefunden und der Zoo Heidelberg wird in seinem neuen Elefantenhaus eine Gruppe junger Elefantenbullen halten.“ […] „Für das Erhaltungszuchtprogramm ist die Heidelberger Entscheidung sehr wichtig: es gibt noch kaum Jungbullengruppen. „Es ihr unser Ziel, dass in Heidelberg aufgewachsene Jungbullen, wenn sie 10-12 Jahre alt werden, für jeden Zoo die erste Wahl sind, wenn ein neuer Zuchtbulle gesucht wird“, betont Dr. Wünnemann.“ 
Ganzer Text:
http://www.tiergarten-heidelberg.de/inhalt/html/seiten/elefantenumzug.html

Die neuen Bewohner der Heidelberger Elefantenanlage sind die Jungbullen 

Voi Nam, geb. am 05.04.2002 in Leipzig
Thai, geb. am 26.11.2004 in Hamburg
Tarak, geb. am 28.10.2005 in Hannover

Hier gibt es nähere Infos der
Heidelberger Elefanten

Alle 3 Bullen konnten wir bereits in ihren Geburtszoos besuchen und freuten uns am 09.08.2010 sie in ihrer neuen Anlage zu besuchen.
Sie kamen allesamt Ende Juni und verbrachten die ersten Tage abseits des Besucherrummels, um sich in Ruhe an die neue Umgebung und die neuen Gesichter – mit und ohne Rüssel – zu gewöhnen.



(Foto: Silvia Grotjahn)

Das Haus wurde Anfang Juli auch für Besucher geöffnet werden. Es hat ein Innenbadebecken, eine beheizbare Freilaufhalle mit Sandboden und die aus  Heidelberg bekannten vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten, 4 Boxen, einen Raum für Körperpflege und Behandlungen. Die Außenanlage hat eine Fläche von 2000 m².


(Foto: Silvia Grotjahn)

In Europa gibt es zwar bereits eine kleine Handvoll Zoos, die Jungbullen halten, aber Heidelberg ist trotzdem ein Novum auf diesem Gebiet. Sie halten als erster Zoo ausschließlich nicht verwandte bzw. bekannte Tiere unterschiedlichen Alters.
Das Haus hat zwar 4 Boxen, aber sie haben mit einer „Anfangsformation“ von 3 Tieren angefangen, weil andere Zoos a) gute Erfahrungen mit 3 Tieren gemacht haben und b) damit man bei eventueller Unverträglichkeit Separierungsmöglichkeiten hat.

Die Entscheidung von Heidelberg, als erster deutscher Zoo überhaupt sich für eine Jungbullen-WG zu entscheiden, begrüße ich außerordentlich. Denn die Zahl der Jungbullen, sei es bei Asiaten oder bei Afrikanern, die in den nächsten Jahren ihren Heimatzoo verlassen müssen, ist sehr hoch. Wünschenswert wäre es, wenn es noch mehr Nachahmer geben wird. Mehr zu dem Thema siehe hier.
„Die Drei Wilden" raufen sich gut, wie es sich für Halbstarke gehört, zusammen. Voi und Thai messen ihre Kräfte und machten unter sich aus, wer der Chef im Hause ist. Voi Nam und Tarak nahmen den Umzug gelassen, hingegen Thai einige Zeit etwas nervös war. Der kleinere Tarak sucht die Nähe zum größeren, vermeintlichen "Boss" des Trios - Voi. Zusammen nehmen sie dann gerne das Badebecken in Beschlag. Bereits nach 6 Wochen ließ die Gewöhnung aneinander es zu, dass sie über Nacht selber entscheiden können, ob sie im Haus oder auf der Anlage die Nacht verbringen wollen.

Ich bedanke mich bei der Pressestelle und den Pflegern für ihre Offenheit.

Und hier der Link zur Homepage des Zoos Heidelberg: