Der Kölner Zoo  

Geschichte des Kölner Zoos

Der Kölner Zoo gehört zu meinen absoluten Favoriten - haltungstechnisch und "elefanten-technisch". Seit 2005 waren wir bzw. ich jedes Jahr ein paar Mal dort. Das erste Mal haben wir den Kölner Elefantenpark Anfang Januar 2005 besucht. Das letzte Mal war ich am 13.01.2009 in Köln.

Am 22. Juli 1860 fand die feierliche Eröffnung des Kölner Zoos statt. Der Kölner Zoo ist somit der drittälteste Zoo Deutschlands. Heute umfasst der Zoo heute 20 Hektar und ist damit viermal größer als im Gründungsjahr 1860. 3 Jahre nach Eröffnung erfolgte 1863 der Bau des alten Elefantenhauses im maurischen Stil, das zunächst als Giraffen- und Antilopenhaus konzipiert wurde. Der erste Elefant kam 1865 in den Kölner Zoo. In den 1870er Jahren wurde das mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Haus um einen Anbau für Elefanten erweitert und trug seitdem die Bezeichnung „Elefantenhaus“.

Der Kölner Zoo war bemüht, diese unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und Einrichtungen den Erfordernissen der modernen Haltung von Wildtieren anzupassen. Das älteste Monument ist eben das 1863 erbaute Elefantenhaus. Als Ersatz für das alte Elefantenhaus, in dem ausschließlich nur Elefantenkühe und keine –bullen gehalten wurden, startete der Kölner Zoo Ende der 90er Jahre seine Planungen für einen „Elefantenpark“.
Im Sommer 2004 wurde dieser eröffnet. Auf einer Fläche von 20.000 m² können bis zu 20 Elefanten in ihrem natürlichen Sozialverband leben, die Haltung erfolgt im geschützten Kontakt.

Im Kölner Zoo leben zurzeit 15 Elefanten:

Die Bullen

Bindu. geb. 1968/69
Sang Raja, geb. 25.03. 1999
Ming Jung, geb. 16.04.2007
Khin Yadanar Min, geb.  27.07.2009
Rajendra, geb. 08.04.2011

sowie die Kühe

Thi Ha Phyu, geb. 1980
Chumpol, geb. 1983
Kreeblamduan, geb. 1984
Tong Koon, geb. 1988
Maejaruad, geb. 1989
Laongdaw, geb. 1990
Shu Thu Zar, geb. 1993
Aye Chan May, geb. 1994
Marlar, geb. 30.03.2006 und
Maha Kumari, geb. 09.05.2007

Ehemalige:
Savani, * 1950, † 29.12.04,
Pretti, * 1966, März 2005 nach Planète Sauvage,
Khaing Lwin Htoo, * 1981, † 13.12.06,
Aung Si, geb. 16.07.01 , am 20.04.07 nach Sevilla,
Aung Bo, geb. 03.03.02, am 20.04.07 nach Sevilla

Infos zu den Kölner Elefanten

Als der Elefantenpark eröffnet wurde, hatte der Zoo 2 Elefantenhäuser. Im alten Elefantenhaus lebte bei unserem ersten Besuch noch die Afrikanerin Pretti. Nur wenige Tage zu vor verstarb die alte Asiatin Savani. Die Afrikanerin Pretti hat den Kölner Zoo im März 2005 Richtung Planète Sauvage in Frankreich verlassen.

Die ersten Bewohner des Elefantenparks waren die Kühe Thi Ha Phyu und Khaing Lwin Htoo, deren Söhne Aung Si und Aung Bo, der Jungbulle Sang Raja und der Bulle Bindu. Thi Ha Phyu, Khaing Lwin Htoo, Söhne Aung Si und Aung Bo waren vorher im Zoo Emmen eingestellt. Sang Raja kommt aus Singapur und Bindu aus Port Lympne. Die beiden Bullen verstanden sich sofort sehr gut mit den Emmener Tieren.

Im September 2005 kamen 2 junge Kühe aus Myanmar, ehemals Burma, hinzu. Auch hier gab es keine Probleme bei der Integration. Alle Elefanten verstanden sich so gut, dass man es wagen konnte alle Tore zu öffnen. So konnte jeder Elefant den kompletten Elefantenpark in Beschlag nehmen - und das taten sie auch.

Am 30.03.2006 kam nach langem, langem Warten das erste Elefanten-Baby der Kölner Zoogeschichte zur Welt – Mutter ist Khaing Lwin Htoo und Vater der Bulle Radza aus Emmen. Das Elefantenkalb ist weiblich und wurde auf den Namen Marlar getauft. Da Radza mit Vorliebe tagsüber schläft und eher nachts aktiv ist, sprich "schnackselt", konnte man den Tag des Deckungs-Akts nicht genau benennen und daher den Geburtstermin nicht genau bestimmen. Da Khaing enorm viel zugenommen hat, hat man bereits im Sommer / Herbst 2005 mit der Geburt gerechnet.
Der WDR richtete eine Webcam ein und so saß ich moooonatelang abends davor, um die Geburt nicht zu verpassen. Weihnachten 2005 hatte Khaing die ersten Wehen, die dann aber wieder verschwanden. Meinen kompletten Weihnachtsurlaub verbrachte ich vor der Cam – wie wahrscheinlich soooo viele andere auch.
Die Geburt habe ich aber trotzdem nicht mitbekommen, weil wir im März 2006 im Urlaub waren. Als ich meinem Freund von der Geburt erzählte, war er wirklich erleichtert, dass das ständige vorm-PC-Hocken endlich ein Ende hatte.

Im September 2006 kamen dann noch mal 5 Kühe aus einem Elefantencamp nähe Bangkok. Noch in der Nacht der Ankunft, hatten alle Elefanten durch Absperrgitter Kontakt zueinander. Rasch wurden alle „richtig“ zusammen geführt. Zwischen den Leitkühen beider Gruppen - Thi Ha Phyu und Kreemblamduan - entfachte ein Kampf um die vakante Position der Matriachin.
Am 01.10.2006 sind wir nach Köln gefahren, um uns das „Spektakel“ anzusehen. In Presseberichten sprach man von richtigen Kämpfen, bei denen die beiden Kühe nicht zimperlich miteinander umgangen sind. Als wir da waren, war es allerdings nicht mehr so heftig. Die Bullen waren von den Kühen getrennt und allesamt auf der Bullenanlage. Sang Raja hatte sich ein paar Tage vorher eingemischt und ganz bullen-untypisch "Kree" ständig provoziert. Er zog dabei den Kürzeren und hat einen Stoßzahn verloren. Der andere wurde ihm vorsichtshalber abgesägt.
Bis auf weiteres wurden die Jungbullen auch nicht mehr zu den Kühen gelassen. Nur Bindu durfte täglich seinen Damen einen Besuch abstatten.

Als wir da waren, waren die Kühe auf der Kuh- und der Mutter-Kind-Anlage, die Tore waren offen. Die Stimmung war, wie wir es beurteilen konnten (7 Std. im Zoo, 30 Minuten essen, 6 Std. bei den Elis *lach*) gut. Jede Kuh war mal mit einer anderen zusammen. Am Anfang stand Thi Ha Phuy allein. Zuerst dachten wir, dass sie "verloren" hätte. Aber das hing wohl damit zusammen, dass sie von ihrem Sohn getrennt war, der mit den anderen Bullen auf der Bullenanlage stand, und etwas trauerte. Dann aber mischten sich wieder alle.
Uns ist dann aufgefallen, dass Thi die Matriachin der anderen Gruppe - Kreeblamduan - immer wieder über die Kuhanlage zur Mutter-Kind-Anlage und wieder über die Kuhanlage usw. usw. scheuchte. Richtig gekämpft haben sie "nur", dreimal, so wie wir es mitbekommen haben. Aber blutige Kratzer im Gesicht, am Rüsselansatz und am Hinterteil waren trotzdem gut zu sehen.

Eine Thai-Kuh - Tong Koon - hat sich mit Marlar und ihrer Mutter schnell "angefreundet". Böse Zungen behaupteten, dass sie Marlar ihrer Mutter abspenstig machen wollte. Zeitweise war Marlar auch mit ihrer neuen Tante alleine unterwegs. Aber sie kam immer wieder zu Khaing zurück oder die Mutter suchte sie. So ein Verhalten ist aber ganz natürlich. Junge Tanten sind ganz narrisch nach Jungtieren und spielen gern den Babysitter. Das Muttertier genießt diese kinderfreie Zeit dann auch, um zu fressen oder sich einfach mal auszuruhen.

Insgesamt hatten wir einen guten Eindruck von der Kuh-Herde!!!! Bis auf die beiden Matriachinnen war es friedlich auf der Anlage. Einen Tag später lasen wir, dass der Kampf beendet sei: Thi ist alte und neue Matriachin der neuen Herde.

 

Am 13.12.2006 kam die traurige Nachricht, dass Marlars Mutter Khaing Lwin Htoo eingeschläfert werden musste. Sie war unheilbar krank, konnte aber immerhin 8 Monate ihre Tochter versorgen, sodass sie aus dem aller Gröbsten raus war. Khaing hatte eine zunehmende Schwellung im Genitalbereich, deren Symptome wohl auch Ursache für die schwierige Geburt waren - einen Gebärmuttervorfall und Blasenvorfall bzw. -umschlag. Die Therapie verlief auf und ab. Aber letztendlich wurden die Schmerzen zu groß! Als klar war, dass sie nicht wieder gesund und sterben würden, fing der Zoo an, Marlar mit Ersatzmilch zuzufüttern, um die spätere Versorgung zu gewährleisten. Marlar hat gelernt die Milch aus einem Eimer zu trinken, so dass man sie nicht an eine Flasche gewöhnen muss. Ihre Tanten, Maejaruad, Kreeblamduan und Tong Koon kümmerten sich sehr fürsorglich um die Kleine.

 

Mich bedrückte ihr Tod sehr! Daher sind wir im März 2007 gleich 2 mal in Köln gewesen. Und zu meiner Zufriedenheit konnte ich feststellen, dass Marlar von ihren Tanten ganz toll umsorgt wurde. Fast könnte man sagen, dass sie die kleinste Leitkuh der Welt war. Bei Spaziergängen über die Anlage war sie immer an der Spitze und zeigte ihren Tanten wo es langt geht.

Bei unserem Besuchen werfen wir auch immer einen besonderen Blick auf Thi Ha Phyu. Sie hat Arthrose und deshalb steife und krumme Vorderbeine. Sie bewegt sich oft sehr schwerfällig und wenig.

Im April 2007 gab es ein freudiges Ereignis im Zoo. Die Elefantenkuh Tong Koon, die im September 2006 trächtig aus Bangkok kam, hat ein Kalb zur Welt gebracht. Es ist ein kleiner Junge, der auf den Namen Ming Jung getauft wurde. Ein asiatisch klingender Name, der aus dem Kölschen übersetz „mein Junge“ heißt. Seine Mutter Tong Koon stieg durch die Geburt innerhalb der Herde auf.

Kurze Zeit später am 20.04.2007 verließen die beiden Aung’s – Aung Si und Aung Bo – den Kölner Zoo Richtung Castillo de las Guardes in der Nähe von Sevilla. Dort leben sie in einer reinen Bullen-Gruppe. Im Frühjahr 2010 besuchten wir sie dort.

Die Ereignisse überschlugen sich: am 09.05.2007 hat Thi Ha Phyu (Weiße Prinzessin) das dritte Kölner Kalb und auch selber ihr eigenes drittes Kalb zur Welt gebracht. Das Kalb ist „echt kölsch“: in Köln gezeugt und in Köln geboren. Das Kalb ist ein Mädchen und hört auf den Namen Maha Kumari (Große Prinzessin). Und der Name passt auch: Obwohl Ming Jung 3 Wochen älter ist als Maha Kumari, überragt sie ihn nach ihrer Geburt locker mit 10 – 20 cm.

Nach der Geburt von Ming Jung hatte Marlar Schwierigkeiten den Neuankömmling zu akzeptieren. Sie war auf einem Mal nicht mehr alleiniger Mittelpunkt der Gruppe. Die Aufmerksamkeit der Tanten müsste sie nun teilen. Nach ein paar Tagen aber hat sich ihre Eifersucht gelegt und sie hat immer öfter Kontakt zu ihrem neuen Spielgefährten gesucht. Nach Maha Kumaris Geburt war keine Spur mehr von Eifersucht zu sehen. Sie ist sofort offen zu ihr gegangen und hat Körperkontakt gesucht.


(alle 3 Fotos von Sylvia Peters)

Nach 3 geglückten Geburten im Kölner Zoo musste das Team rund um die Elefanten aber einen Rückschlag einstecken. Am Morgen des 11.03.2008 fand man im Innengehege das tote Kalb von Shu Thu Zar. Anhand der geringen Größe geht der Zoo davon aus, dass das Kalb schon vor längerer Zeit abgestorben sein musste. Es war Shu's ihre erste Trächtigkeit. Eine Fehlgeburt ist bei Erstgebärenden aber nichts Ungewöhnliches. Der Abort kam aber auch durch Streitereien innerhalb ver Kuh-Gruppe verursacht worden sein. Shu Thu Zar geht es den Umständen entsprechend gut.
Ihre beste Freundin Aye Chan May hat in der Nacht auf den 27.07.2009 im Beisein der anderen Elefanten ihr erstes Kalb bekommen - einen kleinen Bullen, der von Aye Chan Mays ehemaliger Pflegerin in Myanmar auf den Namen Khin Yadanar Min getauft wurde. Ich bin gespannt wie die Gruppe sich nach dieser Geburt (neu?) formatiert. Bisher hatte die junge Mutter nicht wirklich viel Interesse an Kälbern und gehörte zu den rangniedrigeren. In den ersten Tagen hat Aye tatkräftige Unterstützung von der Super-Nanny Maejuruad bekommen, die sich auch um die älteren Kälber kummert.

Momentan sieht die Situation bei den Elefanten so aus, dass Kreeblamduan etwas zänkisch ist und einige Kühe durch das Haus und über die Anlage gescheucht hat und angreift. Daher verbringt sie die Nächte in einer Box - eigentlich 3 Boxen, bei denen die Verbindungstür geöffnet sind. Der Jungbulle Sang Raja soll nicht mehr auf Thi Ha Phyu treffen, da er ihr gegenüber ebenfalls zänkisch ist.
Die 3 großen Jungtiere gedeihen prächtig und halten die ganze Gruppe mit ihren Spieltrieb und ihrer Neugier auf Trab. Der Neuzugang wird mit ihnen bestimmt keine Langeweile bekommen. Im Sommer 2009 gab es erneut Nachwuchs.  Die junge Kuh Aye Chang May brachte am 27.07.2009 ihr erstes Kalb, einen Bullen namens Khin Yadanar Min zur Welt.
Und der Kinderseegen reißt nicht ab: Tong Koon erwartet wiederum Nachwuchs....

Der nächste Besuch in Köln ist nur eine Frage der Zeit.

Und hier geht’s zur Homepage des Kölner Zoos: www.zoo-koeln.de

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2011 www.Elefanten-Fan.de