Die Leipziger Elefanten

 

Der Leipziger Bulle heißt Naing Thein. Er wurde am 26.06.80 in Burma geboren. Im Zuchtbuch wurden seine Eltern mit den Nummern 2199 (Vater) und 2936 (Mutter) angegeben. Informationen zu diesen Tieren habe ich keine.
8-jährig kam Naing Thein, der auch Nagathan genannt wird, am 27.06.1988 in den Zoo von Emmen. Damals war er ein schmächtiges Kerlchen. Doch bereits 4 Jahre später, als 12-Jähriger, bewies er sich als sehr guter Zuchtbulle. Insgesamt zeugte er 15 Nachkommen, von denen heute noch 12 leben. Er zeugte 3 Kuh- und 12 Bullkälber. Heute hat er eine stattliche Erscheinung, er hat allerdings nur Stoßzahn-Stumpen, die in Leipzig schon etwas länger geworden sind. In Prag "pfeilte" er sich sein Stoßzähne auf dem Betonboden ab.

Seine Kälber sind:

  • Kuh: 01.03.92 Mingalor Oo
  • Bulle 01.06.92 Bo Gyi †
  • Bulle 29.05.94 Kan Yome †
  • Bulle 23.08.94 Ant Bwe Lay
  • Bulle 09.11.97 Aung Naing
  • Bulle 23.12.97 Tsje Pyan
  • Bulle 08.02.98 Maung Htoo
  • Kuh 08.03.98 Ma Palai
  • Bulle 09.07.98 †
  • Kuh 22.05.99 Ma Ya Yee
  • Bulle 16.07.01 Aung Bo
  • Bulle 04.03.02 Aung Si
  • Bulle 27.05.02 Kan Kaung
  • Bulle 05.09.02 Than Myan
  • Bulle 06.06.05 Letsongmon
  • Bulle 09.04.12

Seine Töchter Mingalor Oo, Ma Palai und Ma Ya Yee haben ihn sogar schon zum Großvater gemacht. Damit er seine eigenen Töchter nicht deckt, musste Naing Thein Emmen verlassen. So zog er am 22.09.2003 in den Prager Zoo. In Prag trainierte man ihn im Targettraining; aus Emmen kam er untrainiert. Aber Naing Thein begreift schnell und ist sehr lernwillig und zeigt Freude beim Training. Am 27.11.2009 wurde Naing Thein zeitlich befristet in Leipzig eingestellt, damit die Liste seiner Kälber und vorallen, die der Leipziger noch länger wird.
Am 09.04.2012 wurde diese Liste länger - jedoch mit einem traurigen Eintrag. Die Elefantenkuh Hoa brachte Ostermontag um 01.00 Uhr ein Bullkalb auf die Welt, das sie nach der Geburt attakierte. Es ist noch unklar, ob das Kalb bereits bei der Geburt tot war oder von der Mutter getötet wurde. 

 

 

Gajendra wurde am 30.04.1993 in Indien geboren. Am 01.12.1994 kam er in den Zoo München, zusammen mit der Elefantenkuh Mangala . Anfänglich war er ein sehr schwächelndes Kalb. Aber er hat sich zu einem wunderhübschen Bullen mit schönen Augen und einer ausgeprägten Stirn und schönen Stoßzähnen entwickelt - wobei sein rechter Stoßzahn etwas kürzer ist. Anfangs wurde Gajendra zusammen mit den Kühen gehalten. Aber immer häufigere Rangordnungskämpfen mit der Leitkuh Tina waren ein Zeichen dafür, dass es für ihn an der Zeit war, sein eigenes Reich zu bekommen. Seit 2004 bewohnt er daher seine Bullenanlage. 3 mal hat Gajendra bisher die Elefantendame Panang erfolgreich gedeckt. Leider nahmen zwei der Schwangerschaft kein gutes Ende. Beide Kälber waren Totgeburten . Am 21.12.2009 schenkte Panang ihm aber mit seiner Tochter Jamuna Toni seinen ersten lebenden Nachwuchs. Jamuna aber starb knapp halbjährig auf Grund von multiplen Knochenbrüche - um sie vor weiteren schlimmen Schmerzen zu verschonen, wurde sie eingeschläfert.
Am 13.05.2011 schenkte Temi seinem Sohn das Leben. Der Kleine gedeiht bisher ganz prächtig.
Die Geburt seines Sohnes hat Gajendra aber nicht mitbekommen. Er zog am 08.01.2011 nach Leipzig. Gajendra musste ausquartiert werden, damit in Hellabrunn möglichst schnell mit der Sanierung des denkmalgeschützten Elefantenhauses begonnen werden kann. Die Sanierung ist notwendig, da Einsturzgefahr bestand. Nach den vollendeten Sanierungsarbeiten kommt er zurück nach München.
Kontakt zu den Leipziger Elefanten hat Gajendra nicht.

 

Saida ist ca. 1973 geboren. Ihr Geburtsort ist nicht genau bekannt, jedoch vermutet man Thailand oder Indien. Von 1975 bis April 1984 wurde sie im Zoo von Alicante in Spanien gehalten. Am 14.04.1987 zog sie in den Hamburger Tierpark Hagenbeck ein. Dort brachte sie 1996 Ihre Tochter Salvana zur Welt, Vater ihrer Tochter ist der Bulle Hussein. Zusammen mit ihrer Tochter kam Saida am 19.04.2006 nach Leipzig. Rhani, die alte Leitkuh, kam ihrer Aufgabe nicht mehr ganz nach. Daher herrschte teilweise Unruhe in der Herde und die rangniedrigste Hoa wurde von den anderen Kühen immer wieder attackiert. Deswegen entschied sich der Leipziger Zoo Saida in die Herde aufzunehmen. Sie ist älter als die anderen fast gleichaltrigen Kühe und man erhoffte sich, dass die Sozialstruktur verbessert wird und Saida die neue Leitkuh wird und die Attacken gegen Hoa unterbinden kann. Leider funktionierte die Zusammenführung der Gruppe (noch) nicht.
Saida ist eine sehr hoch gewachsene Kuh, die die anderen Kühe um einen halben Meter überragt.

 

 

Die Elefantenkuh Trinh wurde etwa 1982 / 1983 in Vietnam geboren und kam in den Zoo von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Am 23.05.1986 wurde sie im Zoo von Leipzig eingestellt. Im Jahr 2000 wurde sie von Mekong gedeckt und brachte im April 2002 das erste Elefantenkalb nach 66 Jahren im Leipziger Zoo zur Welt.
Die Leipziger erhoffen sich, dass Trinh von Naing Thein wiederum gedeckt wird.

 

 

Don Chung ist ca. 1982 in Vietnam geboren und kam im November 1983 in den Zoo von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Ihre Mutter ist ein Arbeitselefant eines Camps, ihr Vater ist ein wildlebender Bulle. Am 09.05.1984 kam sie zusammen mit dem Bullen Mekong als Staatsgeschenk in den Zoo Leipzig. Don Chung war Voi Nams Lieblingstante und hat der Mutter während der Aufzucht geholfen. Sie kam auch weiteren Aufgaben einer Tante nach, kümmerte sich viel um ihn und brachte ihm Dinge bei, die ein kleiner Elefant noch lernen muss.

 

 

Hoa ist die jüngste Kuh der Leipziger Elefantenherde. Sie wurde ca. 1985 in Vietnam geboren. Ihre Mutter ist ein Arbeitselefant eines Camps und ihr Vater ein wildlebender Bulle. Hoa kam mit der bereits verstorbenen Elefantenkuh Dac Lac über den Zoo in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) am 17.06.1987 nach Leipzig. Ihre Gefährtin Dac Lac hatte Darmparasiten und starb letztendlich qualvoll daran. Seit dem Tag ist sie die rangniedrigste in der Herde und bekommt dies auch immer wieder zu spüren.
Sie ist von kräftiger Statur, jedoch sehr verschüchtert und ein kleine "Schisser". Vor allem Don Chung geht immer wieder gegen Hoa vor, was für beide zur Konsequenz hat, dass sie kleinere Schrammen davon tragen.
Hoa wurde im hohen alter von 24 Jahre das erste Mal trächtig. Ihre Trächtigkeit galt als Risikoschwangerschaft. Am 09.04.2012 gebar sie in der Freilaufhalle elleine ihr erstes Kalb, einen 130 kg schweren Bullen. Sie attakierte ihn direkt nach der Geburt. Es ist noch nicht ganz geklärt, ob er bereits tot zur Welt kam oder er durch die Angriffe seiner Mutter verstarb.

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Ehemalige Leipziger Elefanten

 

Der ehemallige Leipziger Bulle Mekong ist ungefähr 1982 in Vietnam geboren. Seine Mutter war ein Arbeitselefant in einem Camp, sein Vater ein wildlebender Bulle. Im Jahre 1983 kam Mekong in den Zoo von Saigon / Ho-Chi-Minh-Stadt. Als Staatsgeschenk an die ehemlaige DDR zog Mekong am 09.05.1984 in den Zoo von Leipzig ein. Mekong ist 3 Meter groß und der Vater des Jungbullen Voi Nam, der am 05.04.2002 - nach 66 Jahre ohne Elefantennachwuchs - in Leipzig geborenen wurde. Sein Sohn hat Leipzig mittlerweile dem Zoo Leipzig auch den Rücken gekehrt; er ist nun in Heidelbrg eingestellt.
Mekong wurde ca. einjährig von seiner Familie getrennt. Daher hatte er auch in frühen Jahren nie Kontakt zu älteren Bullen, die ihm richtiges Bullenverhalten beibringen konnten. Da Mekong "deckfaul" ist, verbringt er nun einige Zeit in Prag, damit der Bulle Naing Thein den Leipzigern zu Kindersegen verhelfen kann.

 

 
(Calvin in Hannover: Fotos mit freundlicher Genehmigung des Erlebnis-Zoos Hannover)

Calvin wurde am 11.08.1986 im Zoo von Calgary geboren. Seine Eltern sind der Bulle Bandara (bereits verstorben) und die Kuh Kamala. Er lebte ein knappes Jahr im Zoo Rockton bevor er am 16.03.2000 nach Hannover kam. Am 11.09.2008 zog Calvin in den Leipziger Zoo.
Calvin bringt ca. 4,5 Tonnen auf die Waage. Er ist ein sehr erfolgreicher Zuchbulle: 11-mal wurde er bereits Vater, 4-Mal davon in Hannover. Seine Hannoveraner-Nachkommen sind die Kuhkälber Califa, geb. 02.02.2003, Farina, geb. 20.03.2003 und die Bullkälber Tarak, geb. 28.10.2005 (lebt jetzt in Heidelberg) sowie Shanti, der am 06.05.2008 geboren wurde. Da man in Hannover Inzucht mit Calvin und seinen Töchtern verhindern möchte und bereits mit Nikolai einen genau so guten Zuchtbullen zurück geholt hat, musste Calvin Hannover verlassen. Anderenfalls hätte man seine Töchter aus der Gruppe abgeben müssen. In der Natur bleiben aber Kühe immer in ihren Geburtsherden. Die Abgabe von Calvin ist also für die Damen der Gruppe die beste Lösung.
Calvin verließ den Leipziger Zoo am 12.05.2009 und ist in den tschechischen Zoo Ostrava gezogen. In Ostrava hat er seine Deckqualitäten gleich unter Beweis gestellt indem er Mutter Jothi und ihre Tochter Vishesh sehr rasch erfolgreich gedeckt hat. Am 11.03.2011 brachte Vishes ein Bullkalb zur Welt. Am 12.04.2011 gebar Jothi ein Kuhkalb. Der kleine namenlose Bulle verstarb 2 Monate nach seiner Geburt an "allgemeiner Schwäche".

 

Der Jungbulle Voi Nam wurde am 05.04.2002 geboren. Er ist nach 66 Jahre ohne Elefantennachzucht als erstes Kalb geboren. Seine Eltern sind Prager Bulle Mekong und Trinh.
Voi Nam ist ein frecher und wissbegieriger Jungbulle. Auf Grund seines ungestümen Verhaltens, sind im bereits einige Male die Stoßzähen abgebrochen bzw. sie mussten ihm gekürzt werden. Der Leipziger Zoo trainierte Voi langsam darauf "alleine" zu bleiben. In der Natur ist es üblich, dass Jungbullen irgendwann von den Kühen aus der Herde vertrieben werden.
Ende Juni 2010 zog er nach
Heidelberg, in eine reine Bullenwohngemeinschaft. Dort lebt er u. a. mit Calvins Sohn Tarak zusammen.

 

Salvana wurde am 01.07.1996 in Hamburger Tierpark Hagenbeck geboren, ihre Eltern sind Saida und Bulle Hussein. aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck. Im April 2006 kam sie zusammen mit ihrer Mutter Saida in den Leipziger Zoo. Ihrer Mutter ist die Rolle der neuen Leitkuh zugedacht. Anfangs hieß es, dass Salvana nur auf "Hochzeitsreise" ist. Sobald sie trächtig sei, würde sie wieder zurück in ihre alte Gruppe in Hamburg kommen. Dann machnten sich aber Hoffnungen breit, dass sie bei ihrer Mutte bleiben könne.
Nachdem aber die Trächtigkeit Salvana bekannt wurde, wollte Hagenbeck sie, vereinbarungsgemäß doch wieder zurück nach Hamburg holen. Im April 2011 ging es für sie dann alleine zurück in die Hanse-Stadt.

 

Die aus Indien stammende Rhani kam am 01.09.1956 in den Zoo Leipzig. Rhani war einst ein Wildfang. Früher war sie die Leitkuh der Herde, ihre Position sie hat auf Grund ihrer schlechten körperlichen Verfassung immer mehr eingebüßt. Körperlich baute die alte Dame, die zu meinen Favoriten gehörte, leider immer mehr ab. Seit 2005 legte sie sich nicht mehr zum schlafen hin, auch ging sie nicht mehr baden. Rhani litt lange Zeit an "Nagelkrebs". Sie hatte immer wieder offene, entzündete Stellen an ihren Nägeln und Füßen. Einmal heilten diese Stellen schnell zu aber genauso schnell brachen die selben oder neue Stellen wieder auf. In den Wochen und Tagen vor ihrem Tod hat sich ihr Zustand immer mehr verschlimmert. Sie bewegte sich kaum, hatte trotz Schmerzmittel Schmerzen beim Laufen und Stehen. Sie musste sich ständig an die Wand anlehnen, um ihre schmerzenden Füße zu entlasten. Da ihr Zustand nicht besser wurde, eher im Gegenteil, haben sich die Verantwortlich des Leipziger Zoos am Freitag den 13.06.2008 dazu entschlossen, Rhani von ihren nicht heilbaren und schmerzhaften Leiden zu erlösen. Sie wurde am Morgen eingeschläfert.

Rhani wird unvergessen für mich bleiben!!!

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2011 www.Elefanten-Fan.de