Zoo Magdeburg

Den Zoo Magdeburg haben wir am 01.04.2012 auf dem Rückweg von Berlin spontan besucht. Er ist ein kleiner Zoo – vor allem wenn man 2 Tage vorher im riesigen Berliner Tierpark war. Aber wir waren positiv angetan.

Am 21. Juli 1950 öffnete der Tiergarten Magdeburg seine Pforten. Jedoch bestanden bereits vorher erste Überlegungen einen Tiergarten in Magdeburg zu errichten, die aber durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges zunichte gemacht wurden. 50 Säugetiere und 280 Vögel umfasste der damalige Tierbestand. Heute hält der Zoo auf einer Fläche von 16 Hektar 835 Tiere in 176 Arten.

1960 bekam der Zoo Magdeburg seinen ersten Elefanten – die Asiatin Sonja. Ein Jahr später traf Gesellschaft für Sonja ein – die Asiatin Kati.
Beide verbrachten die Nächte in einer „Notunterkunft“ auf dem Wirtschaftshof. Anfangs wurden sie tagsüber von ihren Pflegern im Zoo herum geführt. 1962 erhielten Sonja und Kati dann ein eigenes Außengehege, die Nächte verbrachten sie weiterhin auf dem Wirtschaftshof.


(Quelle: Fotoarchiv Zoologischer Garten Magdeburg)

Erst Anfang Dezember 1967 eröffnete ihr Haus. Mit den Elefanten zogen, wie zu der Zeit üblich, Flusspferde sowie ein Spitzmaulnashorn ins Dickhäuterhaus ein. Zusätzlich zum Haus konnten die Elefanten nun auch ihre neue Außenanlage mit Sonnenpilz und Scheuersäule und Wasserbecken nutzen.
1969 zog die ca. 2-jährige Afrikanerin Arusha in den Zoo.
1971 brach in Magdeburg die Pockenerkrankung aus, an der zunächst die asiatische Kuh Sonja und nach monatelanger Ringen dann auch Kati starb. So blieb Arusha erstmal alleine.
Durch eine Spendenaktion wurde es dem Zoo ermöglicht Arusha wieder Gesellschaft zu bieten. 1972 zogen zwei junge Asiatinnen - Sari und Dacca – nach Magdeburg.
1973 wuchs die Gruppe um ein weiteres Mitglied. Die damals ca. 4-jährige asiatische Elefantenkuh Birma wurde aus einem Zirkus beschlagnahmt.
1983 gab es einige Bestandsveränderungen: so fiel Sari in den Graben und verstarb. Der Zoo Leipzig stellte für einige Zeit die beiden afrikanischen Elefantenkühe Pori und Mafuta in Magdeburg ein. Außerdem kommt die 1,5-jährige afrikanische Elefantin Mwana.


(Quelle: Fotoarchiv Zoologischer Garten Magdeburg)

1986 kommen Pori und Mafuta erneut nach Magdeburg, da Leipzig sich ausschließlich auf die Haltung von asiatischen Elefanten konzentrieren möchte. Im gleichen Jahr verstirbt die Asiatin Dacca.
1990 fand der zweite Ausbruch der Pockenkrankheit statt. Die Pocken machten den vier Afrikanerinnen nicht zu schaffen. nur die Asiatin Birma erkrankte daran und hat die Pocken nur knapp überlebt.
Im Laufe der Zeit und mit größer werdenden Körpermaßen wurde der Platz im Haus zu beengt. Daher entschloss sich Magdeburg die beiden Afrikanerinnern Pori und Mafuta an den Tierpark Berlin abzugeben.
2002 griff Arusha einen Pfleger an. Noch während der Umbauarbeiten kam es 2003 erneut zu einem Angriff. Daraufhin wurde Arusha im März 2003 an den spanischen Zoo „El Castillo de las Reservas“ abgegeben. Dort verstarb sie 1,5 Jahre später an einer Mineralvergiftung. Die dortige Haltung der Afrikaner lag ganz in der nähe einer alten Miene, die verunreinigt Wasser abgab, das die Elefanten wohl tranken.
Siehe dazu auch :
http://www.zoo-magdeburg.de/zoo-tiere/gestern-heute.html und die folgende Seiten.

Mit Arushas Weggang blieben „nur noch“ Birma und Mwana im Magdeburg, die auch die heutigen Bewohner der Elefantenanlage sind. 

Wie bereits erwähnt leben im Magdeburger Zoo eine Asiatin (Birma) und eine Afrikanerin (Mwana)

Die Asiatin Birma wurde ca. 1969 geboren. Ihr Herkunftsland ist mir nicht bekannt. Am 10.04.1973 wurde sie aus dem Circus Probst beschlagnahmt und kam in den Zoo Magdeburg.
1990 erkrankte sie an Pocken. Sie ist einer von wenigen Elefanten, der diese Krankheit überlebt hat.
Birma wiegt ungefähr 3,2 Tonnen.

Die Afrikanerin Mwana wurde 1982 in Simbabwe geboren. Als „Weihnachtsgeschenk“ zog sie am 23.12.1983 ca. 1,5-jährig in den Magdeburger Zoo. Dort wurde sie von der Asiatin Birma „adoptiert“. Mwana trägt nur einen, ihren linken Stoßzahn. Mwana bringt ca. 2,8 Tonnen auf die Waage. Das Haus hat eine Stellfläche von ca. 80qm. Eine nächtliche Ankettung ist auf Grund der Gegebenheiten nicht erforderlich. Die Außenanlage hat eine Fläche von 750qm. Sie weißt ein Badebecken, einen Schattenpilz und Scheuermöglichkeiten auf.

Wie bereits erwähnt, kommt die Anlage, die bei ihrer Eröffnung die modernste Anlage in der ehemaligen DDR war, den heutigen Anforderungen an eine moderne Elefantenhaltung schon lange nicht mehr nach. Daher soll 2013 der Bau einer neuen Elefanten-Anlage starten. Die Fertigstellung von „Africambo II“ ist für 2015 geplant. Dann möchte sich der Zoo Magdeburg auf die Haltung von afrikanischen Elefanten samt Bullen konzentrieren. Birma möchte man aber einen Umzug nicht zumuten. Sie soll in Magdeburg, bei ihren ihr anvertrauten Pflegern und bei ihrer Freundin Mwana bleiben.

Weitere Fotos der Elefanten aus dem Zoo Magdeburg findet Ihr im Fotoalbum.

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