Münchener Tierpark Hellabrunn

 
(Foto von Mark)

Den Tierpark Hellabrunn in München haben wir bereits zweimal besucht. Das erste Mal am 23.05.2008. Da haben wir uns mit einem treuen Homepage-Besucher getroffen, der uns den Tierpark näher gebracht hat. Rudi, vielen Dank, dass Du Dir so viel Zeit für uns genommen hast.
Das zweite mal waren wir mit Freunden am 01.01.2010 in Hellabrunn.

Der Tierpark mit seinem herrlichen Baumbestand liegt im Stadtteil Thalkirchen, in den östlichen Isarauen. Er wurde am 01.08.1911 eröffnet. Den ersten Weltkrieg überstand Hellabrunn soweit, jedoch wegen der Inflation und dem einhergehenden Geldmangel musste er 1922 wieder geschlossen werden. Alle Tiere und sämtliches Inventar wurden verkauft, Tierhäuser wurden abgerissen oder verfielen. 1925 wurde auf Initiative des „Hilfsbundes der Münchner Einwohnerschaft“ ein Tierparkausschuss für einen neuen Tierpark initiiert.
Am 23.05.1928 konnte der Tierpark Hellabrunn wieder seine Pforten öffnen. Damals war er der erste „Geo-Zoo“ der Welt. Die Tiere wurden nicht mehr nach ihrer zoologischen Systematik gehalten (Affen im Affenhaus, Raubtiere im Raubtierhaus); der Direktor wollte nach hagenbeck’schem Vorbild großzügige Anlagen schaffen, in denen Tiere des jeweiligen Kontinents gezeigt wurden. Die Anordnung der Tierarten erfolgte daher nach ihrer geographischen Herkunft. Diese Haltungsmethode wird von anderen Zoos auch heute noch übernommen.
Während des 2. Weltkrieges wurden Arbeitskräfte in den Kriegsdienst gerufen, das Futter wurde knapp und Häuser und Stallungen fielen Bombenangriffe zum Opfer. Nur ein paar hundert Tiere überlebten. So musste Hellabrunn nach dem 2. Weltkrieg zum 3. Mal neu beginnen.


(Foto von Mark)

Das alte, denkmalgeschützte Elefantenhaus im byzantinischen Stil stammt aus dem Jahre 1914 und ist ein architektonisches Meisterstück mit der zur Bauzeit größten freitragenden neuzeitlichen Kuppel. Durchgängig lebten in diesem Haus Elefanten - Asiaten wie auch Afrikaner. Seit Anfang der 90'er Jahre konzentriert sich Hellabrunn aber auf die Haltung von Asiaten


(Foto von Mark)

Nach dem Auszug der Flusspferde im Jahre 2002 aus dem Elefantenhaus, bekamen die Elefanten ein Badebecken und 2004 einen separaten Bullenstall. Die Kühe haben eine Freilauffläche, die durch Schaukelseile zur Besucherseite abgetrennt ist. Ebenfalls durch Schaukelseile besteht die Möglichkeit einzelne Boxen einzurichten.
Die Außenanlage umfasst für Kühe und den Bulle 3500 qm. 2007 wurde der Trockengraben durch einen auslaufenden Flachgraben ersetzt und die Elefanten erhielten ein Badebecken, das von 2 Seiten den Ein- und Ausstieg ermöglicht.

Zur Zeit leben in München 

"Ludwig", geb. 06.05.2011 (Sohn von Gajendra + Temi)
Steffi, geb. 1966/67,
Panang, geb. 1989,
Mangala, geb. 1993 und
Temi, geb. 2001, Tierpark Berlin


Jamuna Toni, geb. 21.12.2009, verst. am 14.06.2010 
"Lola", geb. 28.10.2011, verst. am 21.01.2012
Tina, geb. 1960,verst. am 26.06.2012

 


Nähere Infos zu den Hellabrunner Elefanten

 

 

Schon nach kurzer Zeit konnten wir mit Rudis Hilfe die Münchener Dickhäuter auseinander halten. Bei gutem Wetter findet auf der Außenanlage ein Training mit den Elefanten statt. Hierbei werden die einzelnen Elefanten vorgestellt und eine Gehorsamsdressur wird gezeigt. Unsere "Identifikation" bestätigte sich bei diesem Training. Nach 8 Stunden im Zoo und einem Großteil davon bei den Elefanten waren wir fix und fertig. 

Nach 2 Fehl- bzw. Totgeburten in den Januar 2005 und Oktober 2007 gebar Panang am 21.12.2009 nachts um 01.33 Uhr in einer Blitzgeburt ein kleines Kuhkalb, das den Namem Jamuna Toni erhielt. Nach nur knapp 30 Minuten nach den ersten Anzeichen war die Jamuna Toni geboren. Die Kleine war bei der Geburt 88 cm groß und wog 112 kg. 

Am 01.10.2010 waren wir zum zweiten Mal in Hellabrunn. Ein Pfleger nahm sich trotz des großen Rummels um Toni Zeit für Fragen.

Anfangs sah es danach aus, als ob alles seinen natürlichen Weg nimmt. Toni nuckelte an der Milchbar, Panang stand seelenruhug da und ließ Toni gewähren. Panang war viel geduldiger, als man es sonst von ihr kannte. Sonst sei sie wohl immer eine "Hibbelfott". Aber Jamuna Toni durfte laaange die Milchbar quälen...
Panang hat aber keine richtige Milch produziert: keine weiße, nur eine klare "Suppe", die Jamuna Toni nicht satt machte. Panang tat 5 Tage und Nächte kein Auge zu. Jamuna Toni hing oft an der Zitze, wurde aber nicht satt und nahm viel ab. Zum Schluss schrie sie laut vor Hunger und Panang war völlig genervt und überfordert von ihr und der Situation und schubste sie auch weg.
Bei der Flaschenfütterung stellte sich dann heraus, dass Jamuna Toni erst auch nicht richtig nuckelte. Selbst aus der Flasche bekam sie anfangs viel weniger raus, als es normal ist. Sie hat also bei ihrer Mutter gesaugt und gesaugt, aber viel zu wenig zu trinken bekommen.

Von 7 Pflegern akzeptierte sie nur 3 als "Ammen", von denen auch Tag und Nacht einer immer bei ihr war.

Anfang Juni gab es dann allerdings die ersten Komplikationen. Zunächst sah es nach Muskelkater aus, der sich dann in einer Spezialklinik als Epiphysiolyse, einer Wachstumsfugenverschie­bung in den Vorderläufen, heraus stellte. Jamuna wurde weiter von Experten untersucht. Die Epiphysiolyse weiteten sich an den Folgetagen auch auf die Hinterbeine aus. Die kleine Elefantin konnte selbst mit Hilfe einer Haltevorrichtung nicht mehr stehen und musste liegend behandelt werden. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich innerhalb kürzester Zeit dramatisch. Am 14.06.2010 entschied man sich Jamuna Toni von ihren Leiden zu erlösen und schläferte sie ein. Dass sie an dieser unbekannten, bisher nicht beschriebenen Krankheit erliegen würde, war unumgänglich. Erste Ergebnisse einer anschließenden Obduktion ergaben, dass die Kleine zahlreiche Knochen­brüche am ganzen Körper hatte. Die Ursache dieser multiplen Knochenbrüche gilt es jetzt heraus zu finden. 

Am 06.05.2011 wurde in Hellabrunn ein weiteres Kalb geboren. Temi, die aus dem Tierpark Berlin kam und dort schon "Baby-Erfahrungen" sammeln konnte, brachte einen gesunden Bullen zur Welt. Der Kleine hat den Namen "Ludwig" erhalten. Ludwig entwickelt sich prächtig. Und Temi ist eine so fürgsorliche Mutter, dass sie ihre bekannten Pfleger nicht an ihr Kalb ran lassen möchte. Von daher pflegt man Temi und Ludwig nun im geschützten Kontakt, während die anderen Elefanten im direkten Kontakt gehalten werden.

Am 28.10.2011 brachte Panang ihr nun mehr 4. Kalb zur Welt - ein Kuhkalb das inoffiziellen den Namen Lola bekam. Lola entwickelte sich anfänglich normal, bekam dann aber eine Erkältung, die trotz Behandlung nicht wegging. Lola war kurzatmig, müde und unvital. Nach wochenlangen Untersuchungen diagnostizierte man dann bei ihr einen angeborenen Herzfehler. Auf Grund dieses Herzdefektes ist ein Blutgerinnsel im rechten Herzvorhof entstanden. Am 21.01.2012 sollte Lola notoperiert werden. Während einer Narkose für CT-Aufnahmen verstarb Lola an einer akuten Lungenembolie. Sie ist also das 4. Kalb des Zuchtpaares Gejendra und Panang, das nicht überlebt hat.

Am 26.06.2012 dann ein erneuter Tiefschlag. Die Münchener mussten die betagte Elefantendame Tina einschläfern.
Bereits Ende Januar hatte Tina akute Kreislaufprobleme, verlor zuletzt enorm an Gewicht und erlitt mehrere Schwächeanfällen. Eine medikamentöse Behandlung zeigte keine Besserung. Ihre Pfleger fanden die greise Elefantenkuh am 26.06.2012 nahezu leblos auf der Außenanlage, Tina versuchte nicht mehr aufzustehen. Das Team rund um die Elefanten-Oma entschied sich daher sie von ihrem Leiden zu erlösen.

 


(Foto von Rudi zur Verfügung gestellt)

Dieses Fotos zeigt unsere Zoobegleitung Rudi Arnold vor ca. 40 Jahren mit meiner Namensvetterin Steffi. 

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