Zoo Osnabrück

Der Zoologische Garten Osnabrück wurde im Jahre 1936 eröffnet und liegt am südlichen Rand der Stadt. Der Zoo besitzt eine Größe von etwa 20 ha und einen Tierbestand von über 2.000 Tieren in etwa 280 Arten. In mitten einer tollen Baumkulisse hat der Zoo Gestallt angenommen. Bisher habe ich den Zoo und die Elefantenanlage 3 mal besucht. Das erste Mal war ich im Herbst 2005 dort, das zweite Mal im Rahmen des Vereinstreffens des Elefanten-Schutz-Europa am 12.10.2008 und das dritte Mal am 01.03.2011 nach dem der Zoo nur ein paar Tage vorher 2 Zirkuselefanten aufgenommen hat.

Im Osnabrücker Zoo leben zur Zeit 5 Elefanten:

der Bullen

Tutume, geb. 1999 (Tierpark Berlin)

sowie die Kühe

Miry. geb. 1981 (Simbabwe)
Betty, geb. 1985 (Simbabwe)
Sabi, geb. 1986 (Simbabwe) und
Matibi, geb. 1999  (Tierpark Berlin)



Hier gibt es nähere Infos zu den Osnabrücker Elefanten

Sabi ist „Stammesälteste“ und lebt bereits seit 1987 im Zoo Osnabrück. Tutume kam im Mai 2003.Seine Halbschwester Matibi stoß im August 2006 zur Elefantentruppeankam. Ende Februar 2011 nahm der Zoo Osnabrück 2 Zirkus-Elefantenkühe auf - Miry und Betty. Zur Zeit erfolgt die Gewöhnung der beiden an die vorhandenen Elefanten.

Im Jahre 2003 kam die ehemalige Zirkus-Elefantenkuh Sikkim in den Zoo Osnabrück. Ihr Anblick trieb mir die Tränen in die Augen. Sikkim litt unter Arthrose, Osteoporose und einer Fußfehlstellung. Sie trug einen Schuh zum Schutz ihres lädierten Fußes und bewegte sich sehr schwerfällig. Es war klar, dass Sikkim leider nie mehr gesund werden würde. Aber im Osnabrücker Zoo hoffte man, dass Bewegung, viel Liebe und Zuwendung der Pfleger und ihrer Artgenossen Sikkim wieder auf die Beine helfen, Muskeln aufgebaut, Bänder und Sehen gestrafft werden. Sikkim musste in ihrem erbärmlichen Zustand zwar keine Mätzchen in der Manege machen, bevor sie beschlagnahmt worden ist. Darum ist es um so unbegreiflich warum man sie nicht eher vom Herumreisen erlöst hatte. Einige Zeit war auch nicht klar, ob Sikkim überhaupt überleben würde. Aber in Osnabrück hat man tolle Arbeit geleistet und der kranken Kuh alles gegeben, was sie zum erholen brauchte.... nämlich Ruhe, Medikamente, "Physiotherapie" und Liebe!
Leider kam dann am 18.07.2007 die Nachricht, dass Sikkim auf Grund ihrer nicht linderbaren Schmerzen eingeschläfert wurde. Der Zoo gab den anderen Elefanten die Möglichkeit sich von Sikkim zu verabschieden. So traurig ihr Tod auch ist, so kann man sich dennoch damit trösten, dass sie in Osnabrück noch 4 schöne Jahre erleben durfte.

 


(hinten re. ist Sikkim, vorne Sabi und Tutume)

Die Elefanten in Osnabrück werden seit April 2004 im geschützten Kontakt gehalten. Überlegungen dazu stellte man bereits nach einem schweren Unfall an, bei dem die Elefantenkuh Umtali, die nun in Hodenhagen lebt, einen Pfleger schwer verletzt hat. Nachdem Goni aus Rostock kam, entschied man sich zu einer rascheren Haltungsumstellung. Bereits in Rostock hat Goni ihre Pfleger angegriffen. Auch in Osnabrück bereitete sie ihren neuen Pflegern und Mitbewohnern derartige Probleme.
Die Probelme, die sie ihren Mitbewohnern machte, ist der Grund, warum man sie Anfang März 2009 abgeben musste. Sie dominierte immer wieder die anderen Elefanten. Als die ehemalige Zirkuselefantin Sikkim noch lebte, konnte sie - trotz ihrer Behinderung - auf Goni beruhigend einwirken und so ihr Temperament zügeln. Nach dem Sikkim aber verstarb, wurde Gonis Verhalten den anderen Elefanten, vor allem Sabi, gegenüber heftiger.
In Frankreich lebt Goni mit einem Bullen und zwei wesentlich älteren Kühe zusammen, denen sie sich unterordnen muss. Ihr war sofort ihre neue Stellung klar und kommt mit ihrer Situation auch gut zu recht.

Im Jahre 1999 wurde das neue Elefantenhaus eröffnet und die Außenanlage erweitert. Da man langfristig in Osnabrück züchten möchte, folgte im Jahre 2005 der Bau eines Bullenstalls samt Außenanlage für den Jungbullen Tutume. An die Häuser grenzen 3 Anlagen, die allesamt miteinander verbunden werden können, was die derzeitige Situation innerhalb der Gruppe auch erlaubt. Auf der ca. 3.000 qm großen Außenanlage befinden sich Sand -, Schlamm- und Wasserbereiche mit Höhenunterschieden, mit Kratz- und Schubberstellen. Den Elefanten werden Hölzer zur Beschäftigung zu Verfügung gestellt. Auch eine spezielle Konstruktion aus einem Ball an Gummibändern erfreut sich unter den Elefanten großer Beliebtheit.  


im Uhrzeigersinn: vorne Sabi, Goni, Tutume und Matibi

Das Bullenhaus besteht aus 2 Boxen. Das Haus der Kühe besteht aus 5 Boxen und einer Freilauffläche. Da die Boxen meist offen sind, können die Elefanten den ganzen Raum von ca. 500 qm in Anspruch nehmen. In einer der Boxen befindet sich Sand, in einer anderen Rindenmulch. Im Haus selber gibt es diverse Beschäftigungsmöglichkeiten wie Futterverstecke, Scheuerbäume, eine Dusche, die die Elefanten gerne in Anspruch nehmen.
Die Besucher können die Elefanten im Haus von einer großen Glasscheibenfront aus beobachten und den grauen Riesen so ziemlich nahe kommen. Der Jungbulle Tutume wird von den Kühen noch in deren Reihen geduldet und darf noch mit ins Kuhhaus.

Der Zoo Osnabrück hat eine der besten Elefantenhaltungen, die ich bisher gesehen haben. Gut und vielfältig strukturierte Anlagen mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten. Alle Tore im geschützten Kontakt sind manipulierbar. Auf Grund der überdachten Aussichtspunkte hat man als Besucher gute Einsichtsmöglichkeiten. Informationstafeln geben allgemeine Infos über Elefanten. Außerdem hängen Tafeln aus mit sehr individuellen Infos über jedes einzelne Tier.

Bei meinem ersten Besuch hatte ich leider aussichts-technisch nicht den besten Tag erwischt. Ich konnte nur von der Plattform vor dem großen Bullenaußengehege aus, auf die Anlage schauen. An anderen Stellen wurde gearbeitet und repariert (das Tor zwischen dem Bullenaußengehege und dem Kuhaußengehege) bzw. gepflastert, so dass leider nur diese eine Stelle zum Beobachten der Elefanten genutzt werden konnte.


(v. l. n. r.: Kuhgehge, Bullenhaus, Mittelgehege)

Bei meinem zweiten Besuch hatte ich mehr Glück und ist eigentlich nicht mehr zu übertreffen. Wir durften im Rahmen des Vereinstreffens des Elefanten-Schutz-Europa hinter die Kulissen blicken. Wir waren in beiden Elefantenhäusern und auf den Anlagen und konnten so einen ganz anderen Blickwinkel bekommen als sonst üblich. Diese Besichtigung hat mehr als 2 Stunden gedauert und der Pfleger hat sehr viel von „seinen“ Elefanten und Elefantenhaltung generell erzählt. Es waren viele Anekdoten dabei, lustiges, kritisches und auch selbstkritisches, insgesamt eine ausgesprochen lebendige Diskussion. Dieses Erlebnis wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Ende Februar 2011 nahm der Zoo Osnabrück 2 Zirkuselefantenkühe auf. Ich besuchte die Elefanten am zweiten Tag der Zusammenführung. Es waren interessante Stunden, die sehr kurzweilig waren.

 

 


(ein Smiley-Elefantenfußabdruck)

Diesen Zoo kann ich auf jeden Fall empfehlen und das nicht nur wegen den Elefanten!!! Der Zoo Osnabrück gehört zu den Zoos, die mir persönlich mit am besten gefallen haben!!!

  Hier geht's zur Homepage des Zoo Osnabrück:


 

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