Die Elefanten in Osnabrück

 

 
(Foto re. von Tanja Kirchner)

Tutume
Der Herr im Hause Osnabrück ist der Jungbulle Tutume. Er wurde am 09.04.1999 im Berliner Tierpark geboren. Seine Mutter ist Sabah und sein Vater Tembo. Bereits mit 4 Jahren mussten die Berliner Tutume nach Osnabrück abgeben, weil es immer wieder zu Rangeleien mit der Berliner Matriachin Lilak gekommen ist. Lilak akzeptierte Tutume nicht und griff ihn sogar an.
In Osnabrück traf er später auf seine Halbschwester Matibi, mit der bereits in Berlin schon oft gekäbbelt hat. Die beiden älteren Kühe nahmen sich seiner an und waren und sind ihm gute Tanten. Tutume entwickelt sich aber weiter und kommt langsam in die Geschlechtsreife. Er sondert sich daher immer wieder mal ab und verbringt einige Zeit alleine auf der Anlage oder im extra für ihn gebauten Bullenhaus, das aber für alle Elefanten offen steht. Ein Zeichen dafür, dass er noch nicht ganz erwachsen ist, ist dass Leitkuh Goni ihn dann immer wieder zurück zur Gruppe holt. Gerne übt sich Tutume in Scheinkämpfen und „greift“ mit aufgestellten Ohren seinen eigenen Schatten, vorbeifahrende Fahrzeuge, Kaninchen oder Vögel an.
Tutume hat einen sehr kurzen und wenig behaarten Schwanz. Der obere Rand seines linken Ohrens klappt nach vorne, unten hat er eine kleine Kerbe. Seine Stoßzähne sind kräftiger als die seiner Halbschwester Matibi.

 

Miry
Die ehemalige Zirkuselefantin Miry wurde ca. 1981 in Zimbabwe geboren. Sie ist ca. 290 cm groß und wiegt um die 4 Tonnen. Miry lebte bis Ende Februar 2011 in einem Zirkus, der sie zusammen mit Betty an den Zoo Osnabruck verkaufte. Sie ist gut an ihrer massigen Gestalt und den beiden, etwas unsymetrisch wachsenden, Stoßzähnen zu erkennen.

 

Betty
Die ehemalige Zirkuselefantin Betty wurde ca. 1986 in Zimbabwe geboren. Sie ist ca. 260 cm groß und wiegt um die 3,5 Tonnen. MBettyiry lebte bis Ende Februar 2011 in einem Zirkus, der sie zusammen mit Miry an den Zoo Osnabruck verkaufte. Sie ist gut an ihrer massigen Gestalt und nur einem Stoßzähnen zu erkennen. Der andere Stoßzahn ist ihr nicht abgebrochen, er ist einfach nicht vorhanden.
 

  
(Foto re. von Tanja Kirchner)

Sabi
Sabi wurde ca. 1985/86 in Zimbabwe im Hwange Nationalpark geboren. Etwa 1 - 2-jährig kam sie in den Zoo Osnabrück und ist somit der dort am längsten lebende Elefant. Sabi ist ein sehr aktives Tier mit einem großen Bewegungsdrang. Aus der Zeit im alten Elefantenhaus, in dem bis 1999 die Elefanten noch angekettet und sie somit in ihren Bewegungsmöglichkeiten beschnitten wurden, hat sie die „Angewohnheit“ zu weben, was man bei ihr hin und wieder sehen kann. Sie hat keine Stoßzähne und ein mangelndes Selbstbewusstsein, ist aber ein liebenswürdiger Elefant. Neben ihren fehlenden Stoßzähnen ist Sabi seit Kurzem an ihrem rechten Ohr zu erkennen. Bei einem Unfall hat sie sich eine große Kerbe ins Ohr gerissen, die bei einer OP versorgt werden musste.

  

Matibi
Matibi wurde am 15.01.1999 im Berliner Tierpark geboren. Ihre Mutter ist Bibi und ihr Vater Tembo. Mit etwas mehr als 7 Jahren zog Matibi am 15.08.2006 in den Zoo Osnabrück. Sie spielt und badet gerne mit ihrem Halbbruder Tutume und wird von der „Tante“ Sabi erzogen. In Osnabrück machte die kleine „Prinzessin“ eine große Umstellung durch. In Berlin war sie verwöhnt und wohl behütet worden. Bekam sie ihren Willen nicht, dann schrie sie mit aufgestellten Ohren. Je älter sie wird, desto weniger funktioniert ihre Masche hier. Außerdem änderte sich ihr Tagesablauf. Sie war den direkten Kontakt gewöhnt. Die Pfleger gaben den Tagesablauf vor. In Osnabrück musste sie sich daran gewöhnen, dass die Elefanten ihren Tag selbst bestimmen und keine Befehle mehr kamen. Jedoch hält sie sich an die anderen Elefanten. Matibi hat dünnere und hellere Stoßzähne als ihr Halbbruder Tutume. Und von ihrem Erscheinungsbild erinnert sie mich sehr an ihre Mutter Bibi.

 

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Goni
Goni wurde ca. 1993 im Krüger Nationalpark in Südafrika geboren. Ca. zweijährig kam sie als Import in den Rostocker Zoo. Am 21.04.2004 verließ sie Rostock und kam nach Osnabrück, weil sich der Umgang mit ihr in den beengten Rostocker-Verhältnissen mehrmals als gefährlich erwies.
Sie ist eine sehr selbstbewusste Kuh und hat die Rolle der Matriachin schnell übernommen. Zu weilen zwingt sie den anderen Elefanten ihren Willen mit Hilfe von körperlichem Einsatz auf. Sie sorgt aber auch für einen gewissen Zusammenhalt, z. B. beim Wechsel vom Haus auf die Anlage.
Goni ist eine sehr massige und kompakte stoßzahntragende Kuh. Sie hat einen großen Kopf mit einer Stirn, die ein paar tiefe Falten durchzieht. Ihre Ohren sind glatt.

Am 05.03.2009 kam Goni im französischen Amneville an. Sie hat zunehmend Unruhe innerhalb der Gruppe verursacht und zuweilen Sabi auch verletzt. Als Sikkim noch lebte, konnte diese Gonis Temperament noch zügeln. Aber nachdem Sikkim verstarb, wurden die Dominierungen noch heftiger. In Amneville trifft Goni auf einen jungen Bullen und zwei älteren Kühen, die ihr hoffentlich richtiges Sozialverhalten beibringen können. Ich wünsche Goni eine glückliche Zukunft in Frankreich!!! 

 

In Erinnerung an Sikkim
Sikkim wurde ca. 1979 als wilder Elefant geboren. Im Jahre 2003 wurde die Elefantenin wegen nicht artgerechter Haltung aus einem Zirkus beschlagnahmt und kam nach Osnabrück. Sikkim litt unter Arthrose, Osteoporose und einer Fußfehlstellung. Sie trug einen Schuh zum Schutz ihres lädierten Fußes und bewegte sich sehr schwerfällig. Es war klar, dass Sikkim leider nie mehr gesund werden würde. Aber im Osnabrücker Zoo hoffte man, dass Bewegung, viel Liebe und Zuwendung der Kuh wieder auf die Beine helfen, Muskeln aufgebaut, Bänder und Sehen gestrafft werden. Vorallem tat die Gesellschaft ihrer Artgenossen die kranke Elefantin sehr gut. Am 19.07.2007 musste Sikkim eingeschlafert werden. Den anderen Elefanten gab man die Möglichkeit sich von der toten Elefantin zu verabschieden.

 

In Erinnerung an Rambo, die eigentlicht weiblich war....


(Foto von Tanja Kirchner)


Rambo lebte lange Zeit frei im Zoo. Sie kam 2003 aus einer Kaninchenzuchtfarm als Futtertier in den Zoo. In einem unbeobachteten Moment gelang es ihr aus dem Futtertierhaus zu entwischen und lebte seitdem frei im Zoo. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort war der Bereich zwischen und auf den Anlagen der Elefanten und Tigern. Sie hatte im Zoo Wohnrecht auf Lebenszeit und durfte / sollte auch nicht einfangen werden. Erst gingen alle davon aus, dass sie männlich ist, aber später stellte sich dann heraus, dass Rambo weiblich war. Sie hat sich mit einem wilden Kaninchen zusammengetan und hat schon einigen Nachwuchs, der auch frei im Zoo lebt.
Leider verstarb Rambo an Myxomatose.

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2010 www.Elefanten-Fan.de


  
(Foto li. Tanja Kirchner)