Zoo Rotterdam

Die Geschichte des Zoos Rotterdam - oder wie er im Niederländischen heißt "Diergaarde Blijdorp" - begann 1855, als zwei Angestellte der Rotterdamer Eisenbahngesellschaft ein Grundstück anmieteten, um seltene Fasanen- und Wasservögel unterzubringen. Dieser Garten war ein so großer Erfolg, dass am 18.05.1857 der Rotterdamer Diergaarde eröffnet wurde. Er ist somit der älteste Zoo der Niederlande.

Der Zoo Rotterdam lag aber nicht immer an seiner heutigen Örtlichkeit. Der ursprüngliche Zoo wurde bei Bombardierungen der Stadt im Mai 1940 während des Zweiten Weltkrieges beschädigt. Man fing aber schon früher an ihn etwas weiter Nördlich neu zu gestalten und konnte ihn bereits im Dezember 1940 auf einer Fläche von 13 Hektar wieder eröffnen.

Im Jahre 2001 kam fast die gleiche Flächegröße noch mal hinzu, als das "Oceanium" als neue Hauptattraktion eröffnete. Im April 2004 wurde der Zoo zum nationalen Denkmal erklärt und feierte 3 Jahre später, im Jahre 2007, sein 150-jähriges Bestehen.
Der Zoo hat heute eine Größe von 25 Hektar und beherbergt ca. 5800 Tiere in 600 Arten. Blijdorp ist als Geozoo konzipiert worden; d. h. er ist in sechs Themenbereiche unterteilt: Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika und Oceanium.

Der ersten Elefanten erhielt Blijdorp im Jahre 1907, eine Kuh namens Wally. Über die Jahre hat Rotterdam Asiatische, aber auch wenige Afrikanische Elefanten gehalten, hauptsächlich aber Asiatische. Seit den 80ern Jahres des letzten Jahrhunderts konzentriert sich Rotterdam ausschließlich auf die Haltung und Zucht von Asiatischen Elefanten.

Zurzeit leben hier der Bulle

Timber, geb. 13.02.1998

und die Kühe

Irma, geb. 18.09.1970
Douanita, geb. 1987
Banka, geb. 28.11.2000
Trong Nhi, geb. 13.05.2003
Tonya, geb. 10.02.2009
Faya, geb. 20.07.2010

Infos zu den Eledanten in Rotterdam

 

Den Zoo Rotterdam haben wir am 28.09.2009 Mal besucht. Vorgefunden haben wir die bewegungsfreudigste Elefantengruppe, die wir bisher erlebt haben. Es war ein ständiges auf und ab, hin und her gewusel; die Elefanten haben sich gegenseitig zum Wettrennen aufgefordert und haben dabei vergnügt gequietscht wie kleine Schweinchen. Es war echt sehr kurzweilig ihnen zuzuschauen.

Die Elefanten werden bis auf den Bullen im Protect Contact gehalten. Die Geburten finden wie in der Natur üblich im Beisein anderer weiblicher Elefanten und ohne menschliches Eingreifen statt. Das Elefantenhaus „Taman Indah“ wurde 1994 eröffnet und besteht aus einer Freillauffläche mit Hilfe von hydraulisch hochfahrbaren Pfeilern in einzelne Boxen abgegrenzt werden kann.

Außen gibt es ein kleines Bullengehege, ein Paargehege mit einer Targetwand und ein großes Kuhgehege. Das Bullen- und das Kuhgehege waren schön strukturiert, mit viel Sand, mit mehreren Schubbelbäumen, großen Bällen, die zum Teil an Bäumen aufgehängt wurden, sowie ein Badebecken.

Meine besondere Aufmerksamkeit bekam der Zoo Rotterdam aber bereits zweimal noch weit vor unserem Besuch:
Kurz nach Weihnachten 2007 platzte bei der hochträchtigen Matriachin Irma die Fruchtblase. Jedoch kam die Geburt ins stocken und stoppte schließlich ganz. Nach einigen Tagen war klar, dass das Kalb tot war. Irma trug aber weiterhin das tote Kalb in sich. Diese Situation allein war für Irma schon lebensbedrohlich. Durch Verwesungen im Körper hätte Irma an Vergiftungen sterben können. Nur die Verkapselung des toten Kalbes hat ihr das Leben gerettet.

Nachdem die kleine Tonya am 10.02.09 - 14 Monate später - geboren wurde, war Irma ihr sofort eine tolle Tante, passte auf sie auf und unterstützte ihre Freundin Douanita. Klein-Tonja nuckelte sogar bei ihrer Tante. Diese Nuckel-Versuche brachten Irmas Hormone in Schwung und einen Tag nachdem später kam der "Geburts"-Vorgang bei Irma in Gang. Nach über einem Jahr sollte nun endlich das tote Kalb ausgetrieben werden.

Irma versuchte mehr als einen Tag lang allein ihr Kalb zu gebären, was ihr aber nicht gelang und sie zu sehr erschöpfte. Daher entschlossen sich die Verantwortlichen in Rotterdam zu einem chirurgischen Eingriff. Unterhalb des Afters wurde ein Schnitt gemacht, um an den Geburtskanal zu gelangen. Irma wurde dazu natürlich betäubt, hat die ganze Prozedur aber stehend überstanden. Die tote Frucht, ein ausgewachsenes Mädchen, konnte man aber nicht rausziehen. Das Team rund um Irma hat daher das tote Kalb zerteilt, um es in Stücken aus dem Muttertier zu holen. Nach über 12 Stunden war Irma endlich vom ihrem toten Kalb befreit. Sie bekam Schmerzmittel und die Wunde wurde gut gespült und behandelt.
Den Eingriff, der weltweit noch nicht allzu oft vorgenommen wurde, hat sie gut überstanden. Von daher war ich froh sie in guter Verfassung das erste mal live zu erleben.

  Weitere Fotos findest Du im Fotoalbum.

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2010 www.Elefanten-Fan.de