Zoo Wuppertal

Im Dezember 1879 wurde die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Elberfeld, wie der Zoo Wuppertal damals noch heiß, gegründet. Am 08.09.1881 wurde er dann eröffnet. Der Anfangsbestand an Tieren lag bei gerade 34 Individuen. Tiere gehörten zu den wenigen zoologischen Sehenswürdigkeiten, da Vergnügungsangebote im Vordergrund standen. So konnte man unter anderem in dem See der heutigen Gibbonanlage Boot fahren.

Im Mai 1927 war der Bau des alten Elefantenhauses abgeschlossen und am 27. desselben Monats bezogen die beiden ersten Bewohner ihre Anlage - das asiatische Elefantenpaar namens Krishna und Lakshmi.

Nach einer Änderung des Aktienrechts wurde die Aktiengesellschaft 1937 aufgelöst und der Zoo wurde von der Stadt Wuppertal übernommen, die bis heute Eigentümerin ist.

Im zweiten Weltkrieg mussten auf Anweisungen von Behörden einige Tiere zum Schutze der Allgemeinheit erschossen bzw. abgegeben werden, die Elefantenhaltung kam zum Erliegen. In den letzten Tagen der chaotischen Kriegszeit wurden sogar Tiere geschlachtet und unter der Belegschaft verteilt oder sie wurden gar geplündert.
Krishna musste beim Abtransport aus dem Zoo getötet werden, weil er außer Kontrolle geriet. Seine Gefährtin Lakshmi kam während des Rückweges in den Zoo in Bombardements in Dresden ums Leben. Der Zoo mimt seine Anlagen, Gehegen und vor allem Felsanlagen, wurde bei Bombenangriffen aber nur wenig getroffen, so dass der Zoo wenige Tage nach Kriegsende seine Pforten wieder öffnen konnte.

Ca. 1946 zog die Asiatin Suma, aus München kommend, nach Wuppertal und lebte dort bis 1959. Allerdings wurde sie die überwiegende Zeit alleine gehalten. Erst 1955 bekam sie Gesellschaft von den beiden jungen Asiatinnen Rani und Siwa.

1962 zog der erste afrikanische Elefant nach Wuppertal, die Kuh Bibi. Rani musste 1970 eingeschläfert werden. Bibi verstarb 1983. Im selben Jahr kamen zwei 2-jährige afrikanische Elefantenkälber – Wankie und Zambi. Zambi richtete sich irgendwann gegen ihre Pfleger und wurde 1990 an den Zoo Augsburg abgegeben. Auch dort attackierte sie ihre Pfleger und kam darauf hin 1994 nach Cabarceno, in eine Einrichtung, die ihre Elefanten im No Contact hält. So hat Zambi ohne die Dominanz ihrer Pflegern sich gut eingelebt und ist bereits 4-fache Mutter.

Neben der alten Asiatin Siwa und der Afrikanerin Wankie zogen im August 1995 6 junge afrikanische Elefanten in ein neues Elefantenhaus: die Bullkälber Tusker und Kooboo, sowie die Kuhkälber Sweni, Numbi, Sabie und Punda. Die Elefantenanlage besteht aus einem Bullenbereich, mittig liegt das Haus, zur anderen Seite angrenzend die teilbare Kuhanlage. Die Außenfläche beträgt ca. 3000 m² und die Innenfläche ca. 1340 m². Das Haus hat eine Freilauffläche und ein Badebecken.

1999 verstarb der junge Bulle Kooboo an Tuberkulose. Siwa starb ein Jahr später; sie musste auf Grund einer großen Geschwulst eingeschläfert werden. Durch die neue Situation wurde es für Wankie schwer. Es kam zu Problem mit ihren Artgenossen und der Platzt wurde eng, so dass sie 2004 an den belgischen Safaripark Monde Sauvage abgegeben wurde.

 
(Foto Carsten Horn)

Im Zoo Wuppertal, einer 24 Hektar großen Parkanlage, mit uralten Bäumen in Hanglage leben heute 5.000 Tiere.

Darunter die Bullen

Tusker, geb. 1992 und seine Söhne
Tamo, geb. 13.01.08 (Mutter Sweni)
Uli, geb 16.01.2011 (Mutter Sabi)
Shawu, geb. 21.01.2011 (Mutter Punda)

 

und die Kühe

Sabie, geb. 1992
Punda, geb. 1992
Sweni, geb. 1993
Bongi, geb. 03.06.05 (Mutter Punda)
Tika. geb. 13.07.07 (Mutter Sabi)

nähere Infos zu den Elefanten gibt es hier


(Tika, das 2.-jüngste Familienmitglied: Tika im August 2007) 

Im Wuppertaler Zoo wurde am 03.06.2005, das erste afrikanische Elefanten-Baby des Zoos aber auch NRW’s geboren. Natürlich wollten wir uns die kleine Dame Namens Bongi ansehen. Am 08.10.05 sind wir daher zum Wuppertaler Zoo gefahren. Obwohl die Geburt bereits einige Zeit her war, war immer noch eine riesen Menschenmenge am Elefanten-Gehege, um den Nachwuchs zu beäugeln.... Dieser ziemliche Andrang ließ uns daher erst einmal durch den Zoo gehen.
Zurück bei den Elefanten, der Andrang war immer noch groß, haben wir dann die Situation so hingenommen.... und auch einige schöne Fotos machen können.


(Foto Carsten Horn)


Als die Elefanten am Nachmittag ins Innengehege gelassen wurden, ist uns aufgefallen, dass eine Kuh besondere Aufmerksamkeit bekam. Die Kuh wurde per Kamera beobachtet und einer ihrer Pfleger machte es sich auf einem Klappstuhl in ihrer Nähe bequem. Wir vermuteten spontan, dass sie trächtig ist und man bald mit der Geburt rechnete. Einen Tag später bestätigte sich unsere Vermutung. Das zweite Kalb kam zur Welt - ein Bullkalb das den Namen Kibo bekam. Mittlerweile kann der Zoo Wuppertal, der seine Elefanten im direkten Kontakt hält, auf insgesamt 4 Geburten zurückblicken: nach den erwähnten Kälbern Bongi (03.06.05) und Kibo (09.10.05) kam das Kuhkalb Tika (13.06.07) und der kleine Bulle Tamo (13.01.08) zur Welt.


(Kibo und Bongi geben auf der unteren Anlage Gas)

Am 10.08.2007 waren wir zum zweiten Mal im Wuppertaler Zoo. Wir haben uns einen tollen Tag dafür ausgesucht. Nicht vom Wetter her - denn es war nebelig und immer wieder gab es Fisselregen, erst zum Nachmittag hin wurde es etwas besser. Nein, an diesem Tag wurde Tika und ihre Mutter Sabi zum ersten Mal mit der kompletten Kuh- und Kalbherde zusammen gelassen. Es verlief eigentlich alles ganz unspektakulär, nur an laufenden Schläfendrüsen konnte man den Elefanten ansehen, dass sie etwas aufgeregt waren.

Im Januar 2011 kamen innerhalb von nur 5 Tagen zwei Bullkälber zur Welt. Uli kam am 16.01.2011 zur Welt. Sein "kleiner" Bruder Shawu wurde am 21.01.2011 geboren. Die Geburt von Uli verlief komplikationslos. Shawu aber bereitete dem Zoo Sorgen. Er trank erst nach 5 Tagen selbständig. Bis dahin wurde seine Mutter gemolken und Shawu die wertvolle Milch per Flasche verabreicht.
Der Bulle Tusker, Vater der beiden bzw. aller in Wuppertal geborener Kälber erwies sich innerhalb von 5,5 Jahren als berbe
währt Zuchtbulle. 7 lebende Nachkommen gibt es von ihm.


(Foto Carsten Horn)


Die hands-on gehaltene Kuh Numbi galt als "unsicher". Sie lebt jetzt zusammen mit ihrem Sohn Kibo im Wiener Zoo Schönbrunn, der seine Elefanten im geschützen Kontakt hält. Am 06.08.2010 hat sie dort ihr zweites Kalb, einen Bullen, namens Tuluba zur Welt gebracht.

 

© Stephanie Wroben, 2006 - 2011 www.Elefanten-Fan.de